Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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Nachdem frühere Verhandlungen über eine Garnison zu
keinem Ergebnis geführt hatten, wurde 1887 die Verlegung eines
Kavallerie-Regiments nach St. Johann angeregt, und die Ver—
handlungen gediehen diesmal zum Abschluß, da die Stadt den
Grund und Boden, 8 Hektar an der Mainzerstraße, zum Bau
der Kasernen und Nebengebäude unentgeltlich hergab. Zur be—
sonderen Befriedigung gereichte es der Bürgerschaft, dafz das 7.
Ulanen-Regiment Großherzog Friedrich von Baden,
welches von 1852 bis 1878 in Saarbrücken gelegen und sich im
Jahre 1870 so hervorragend bewährt hatte, nach St. Johann
verlegt wurde. Das Regiment zog am 27. September 1896 in
die Stadt ein und wurde nicht nur hier festlich begrüßt, sondern
auch bei dem Durchzuge durch seine alte Garnison Saarbrücken
von der dortigen städtischen Vertretung bewillkommnet. Bei dieser
Gelegenheit hatten die Bürger beider Städte die besondere Freude,
ihren Ehrenbürger General von Pestel, den Führer der Wacht
an der Saar im Jahre 1870, in ihren Mauern zu sehen. Das
Jubiläum des 7. Ulanen-Regiments im Jahre 1902 führte auch
den Großherzog Friedrich von Baden als Chef des Regiments
wieder in unsere Städte, wo die allgemeine Verehrung des greisen
Fürsten den entsprechenden Ausdruck fand.
Eine Stadtgemeinde von der Bedeutung St. Johanns mußte
es als eine Ehrensache ansehen, auch eine höhere Schule zu be—
sitzen. Hierzu bot sich eine Gelegenheit, als die Gewerbeschule in
Saarbrücken in eine Oberrealschule umgewandelt wurde. Der
Staat erbot sich, diese Anstalt, die bisher von den beiden Städten
und dem Kreise gemeinschaftlich unterhalten worden war, zu über—
nehmen, falls die Städte und der Kreis angemessene Zuschüsse
leisteten und ein neues Schulgebäude errichtet würde. Die Stadt
St. Johann erklärte sich darauf bereit, den Neubau auf ihrem
Gebiet auszuführen; das nach dem Entwurfe des Stadtbaumeisters
Wilhelm Franz im modernen Barochstil aufgeführte stattliche
Gebäude ist am 8. Januar 1904 seiner Bestimmung übergeben
worden. Die Baukosten betrugen rund 400000 Mark; den
Hauptanteil der Kosten bestritt die Stadt St. Johann mit
—E V
            
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