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14. Neues Leben in Stadt und Kirchengemeinde
St. Johann.
Die Verwaltung der selbständigen Gemeinde St. Johann hatte
in sehr bescheidenen Verhältnissen begonnen. Als Sitz der Ver—⸗
waltung wurde das alte Schulhaus in der Nähe der evangelischen
Kirche eingerichtet, welches außerdem das Friedensgericht beherbergte;
das frühere Friedensgericht wurde zum Polizeiamt, das Spritzen⸗
haus zur Polizeiwachtstube umgebaut und im Hirtenhofe ein Lösch—
gerätemagazin hergestellt. Das Vermögen der Stadt bestand in
einigen Schulgebäuden und anderen Häusern, in beinahe 3000
Morgen Wald und ungefähr 60 Morgen Wiesen⸗-, Garten⸗ und
Ackerland. Kapitalvermögen hatte die Stadt nicht, aber 21367
Taler Schulden für Schulbauten (Gewerbeschule und neues Schul⸗
haus). Dementsprechend beschränkte man sich auf die notwendigsten
Ausgaben, Kanalisierung der Straßen, Beseitigung der offenen
Dungstätten, Verbesserung der Wohnungen für die ärmere Klasse
und Herstellung von Bürgersteigen. Die jährlichen Einnahmen
beliefen sich 1864 auf 19835 Taler, die Ausgaben auf 17678
Taler; diese Summen erhöhten sich auch in den nächsten Jahren
nur wenig. Die Gemeindeeinkommensteuer betrug 80 Prozent
der Grund⸗-, Klassen- und Einkommensteuer.
Gegenüber der sparsamen Verwaltung, die sich nur schwer
zu kostspieligen Neuerungen entschloß, wurden schon damals Wünsche
nach einer schnelleren Entwickelung laut. In einer Flugschrift
„St. Johann Dorf oder Stadt?“ mahnte ein „Hergeloffener“
(A. Bonnet) mit satirischen Anspielungen auf die Partei der Alt—
bürger, der „Spreben“, ) zu energischerem Vorgehen. Er forderte
1) Vgl. S. 167. Man unterschied damals die Altbürger von, Altdahiesigen“
von den Zugezogenen oder „Hergeloffenen“.