Umgegend, von 69 Kriegervereinen und vielen Abordnungen von
aus wärts feftlich eingeweiht.
Bei der Einweihung des Denkmals verlas der Regierungs⸗
präsident ein kaiserliches Handschreiben aus Gastein, durch welches
Se. Majestät den Städten Saarbrücken und St. Johann „zur
Erinnerung an ihre patriotische und opferwillige
Haltung während des letzten Krieges“ fortan die
preußischen Farben zu führen gestattete. Nach längeren
Verhandlungen mit dem Heroldsamte wurde des Näheren bestimmt,
daß die Städte als großes Wappen den heraldischen preußischen
Adler mit dem früheren Wappen als Brustschild, als kleines
Wappen aber den bisherigen Schild mit schwarz-silbernem Rande
führen durften.
Doch damit war die Gnade des Kaisers und sein Wohlwollen
für die Städte noch nicht erschöpft. Am 13. März 1874 erging
aus dem Ministerium die Anfrage an die städtische Verwaltung,
ob in der Nähe von Saarbrücken die Aufstellung eines auf die
Ereignisse des letzten Krieges sich beziehenden Werkes monumentaler
Malerei sich ermöglichen lasse. Darauf beschloß die Stadtverordneten⸗
versammlung von Saarbrücken, an der Stelle des an das Rathaus
anstoßenden Hauses einen Sitzungssaal zu bauen und diesen zur
Aufstellung der Gemälde zur Verfügung zu stellen. Dieses Angebot
wurde höheren Orts angenommen; die Stadt Saarbrücken stellte
nach dem Plane des Kommunalbaumeisters Benzel den Rohbau
des Saales nebst Verputz, Parkettfußboden und Heizvorrichtung
her, während die Regierung die Ausschmückung übernahm, für
welche die Summe von 65 000 Mark ausgeworfen wurde. Der
Saal wurde mit Eichenholz getäfelt, die Decke in prächtiger
Stuckaturarbeit ausgeführt und die Wände mit drei größeren
und vier kleineren Bildern geschmückt. Die Ausführung der
Bilder übernahm der Direktor der Berliner Akademie der Künste,
Anton von Werner, und wählte als Gegenstände der Dar—
stellung das Vorgehen des Generals von François beim Sturm
auf die Spicherer Höhen, den Einzug König Wilhelms in Saar—
brücken und die siegreiche Verbrüderung von Nord und Süd.
Diese Gemälde wurden von dem Meister, der im September 1876