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einer Abordnung von Saarbrücker Jungfrauen den Kaiser mit
einem von Konrad Herrmann verfaßten Soneit und überreichte ihm
einen prächtigen Blumenstraußz. Der Kaiser gab zum Danke der
Sprecherin die Hand und unterhielt sich freundlich mit ihr: „Ihr
habt viel hier in Saarbrũcken gelitten,“ fagte er; „ich weiß es wohl.“
—-„Ja, Kaiserliche Majestät,“ erwiderte Fräulein Sarry, „aber
diese Stunde wiegt bei uns allen die Vergangenheit auf.“ — Im
Juni kehrte das bewährte Ulanen-Regiment zurück und wurde
festlich empfangen.
Nach der schweren und doch erhebenden Kriegszeit galt es,
die tapferen Helden, die für das Vaterland gefallen waren, zu
ehren und das Gedächtnis des Geschehenen der Nachwelt zur
Nacheiferung zu überliefern. Nachdem das Alltagsleben wieder in
seine Rechte getreten war, blieben die Ruhestätle der Toten ein
Vermächtnis, das von den Bewohnern der Städte mit treuem
Sinne bewahrt wurde. Auf dem Schlachtfelde, auf den Friedhöfen
beider Städte und im „Ehrental“ sind die sterblichen Überreste
der Helden geborgen, die ihr Herzblut für das Vaterland hingegeben
haben. Auf dem Saarbrücker Friedhofe haben außer zwei Opfern
der Vorpostenkämpfe 10 Offiziere von den Regimentern Nr. 8,
Nr. 40, Nr. 48, Nr. 53 und vom 3. Jäger-Bataillon die letzte
Ruhestätte gefunden, auf dem alten St. Johanner Friedhofe sind
250 Krieger, darunter 15 Offiziere vom 12., 39., 48. 53. und
77. Regiment beerdigt; ihre Grabstätte liefz die Stadt St. Johann
mit einem würdigen Denkmal bezeichnen, das am ersten Jahrestage
der Schlacht feierlich eingeweiht wurde. An diesem Tage beschenkte
die Stadt Saarbrücken 38 Verwundete, die sich noch in Pflege
befanden, mit je 2 Talern.
An den Heldentod von Söhnen der St. Johanner Gemeinde
erinnert eine in der alten Kirche zur Seite der Kanzel angebrachte
Marmoriafel mit der goldenen Inschrift:
„Aus diesem Kirchspiel starben für König und Vaterland:
Phil. Heinrich Mertz, Füs. d. 7. Comp. Garde-Füs.-⸗Reg. F 11.
Juli 1866.
Otto Hoestermann, Prem.Leutn. und Comp.Führer 2. Rh.
Inf.Reg. Nr. 28, 4 9. Dez. 1870.