183
24 Diakone und barmherzige Brüder und 89 andere Pfleger tätig.
An 500 Verwundete und Kranke verlebten hier noch das
Weihnachtsfest, an dem ihnen von edlen Menschenfreunden unter
dem Christbaum Gaben der Liebe beschert und auch der fernen
Frauen und Kinder gedacht wurde.
Nun ging das schwere Jahr 1870 zur Rüste, und das neue
Jahr brachte die schönste Erfüllung der Hoffnungen durch die
Erneuerung der deutschen Kaiserwürde und einen ehrenvollen
Frieden. Am 8. März empfingen die Bewohner der Städte mit
begeisterten Hochrufen den großen Kanzler auf der Heimreise, der
durch Kampf und Sieg mit fester Hand die Dinge zum schönen
Ziele geleitet hatte. Bismarck erwiderte die Begrüßung der Bürger
mit den, Worten: „Ich danke Ihnen allen für den liebevollen,
freundlichen Empfang hier auf der alten Grenze unseres Vaterlandes
und forderte Sie auf, Sr. Majestät unserm allergnädigsten Kaiser
ein Hoch auszubringen.“ Jubelnd stimmten alle ein. Acht Tage
später konnten die Einwohner der Saarstädte den geliebten Herrscher
selbst begrüßen, der im Glanze unerhörter Siege aus Frankreich
zurückkehrte. Die Abgeordneten der rheinischen Städte fanden sich
hier zusammen, um dem deutschen Kaiser in der ersten preußischen
Stadt einen goldenen Lorbeerkranz zu überreichen. Der Bahnsteig
war zu einer großen Festhalle umgewandelt, die Tausende von
Menschen füllten, und nicht endendes Hoch- und Hurrarufen
begrüßte den greisen Herrscher, als er mit dem Kronprinzen, dem
Prinzen Karl und dem Grafen Moltke dem Wagen entstieg.
Zuerst wurde der Kaiser von dem Gouverneur der Rheinlande,
dem General Herwarth von Bittenfeld, sodann von dem Ober—
präsidenten von Pommer-Esche begrüßtt. Danach ergriff der
Beigeordnete von Saarbrücken, Fr. Quien, im Namen der
Bürgerschaft beider Städte das Wort und gab der Freude derselben
über die glückliche Heimkehr des Kaisers aus dem glorreichen
Kriege Ausdruck. Darauf überreichte der Oberbũrgermeister
Bachem von Köln mit einer Ansprache den goldenen Lorbeerkranz
und verlas die Adresse der rheinischen Städte, in welcher die
Dankbarkeit der von dem Feinde bedrohten Provinz ausgesprochen
war. Schließlich begrüßte Fräulein Maria Sarry an der Spitze