Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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Der Bettag am 27. Juli wurde unter allgemeiner Teilnahme be—
gangen. Am 28. Juli wurde die Feldwache auf dem Exerzierplatz
und die Bellevue von den Franzosen mit Granaten beschossen, und
einige Geschosse flogen bis in die Saarbrücker Vorstadt. Am
2. August unternahm das ganze Korps Frossard einen Angriff
auf die preußischen Stellungen bei Saarbrücken, die von drei
Kompagnien des 40. Regiments verteidigt wurden. Nachdem diese
tapferen Widerstand geleistet hatten, mußten sie sich über die Saar
zurückziehen; auf dem Exerzierplatze fuhren französische Geschütze auf
und beschossen unter den Augen des französischen Kaisers und
seines Sohnes)) die von den Unsern besetzte neue Brücke, den
Bahnhof und die zurückziehenden Truppen. Einige Häuser in
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Personen verwundet. Auch die evangelische Kirche wurde von
Kugeln getroffen. Als das Gefecht zu Ende war, schlugen die
Franzosen auf den Höhen über Saarbrücken ihr Lager auf.
Truppweise erschienen nun die feindlichen Krieger in der Stadt,
um Lebensmittel, Getränke und Tabak einzukaufen, hier und da
auch, um zu betteln und zu stehlen; doch konnten die Bürger im
ganzen über das Betragen der ungebetenen Gäste nicht klagen.
Am 3. August nachmittags ritt General Frossard mit seinem Stabe
durch Saarbrücken und ließ sich von dem Bürgermeister Schmidtborn
uber die Verhältnisse und die Stimmung in den Städten unter⸗
richten.
Unterdessen rückten die Spitzen unserer Armeen näher und
näher und kündigten sich durch kühne Reiterstückchen an. Am
3. August mittags wurde ein Trupp Franzosen in dem Wirtshause
zur Rose in St. Johann durch eine Abteilung Brandenburgischer
Ulanen gefangen genommen; am folgenden Tage verursachte ein
tollkühner Braunschweiger Husar, der über die alte Brücke sprengte,
unter den Franzosen in Saarbrücken einen panischen Schrecken.
Während zweier Nächte beschossen die Franzosen den Bahnhof in
St. Johann. Aber am Mittag des 5. August verbreitete sich die

1) Die Stelle wurde später durch den mehrmals erneuerten „Lulustein“
bezeichnet.
            
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