Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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in Sicherheit gebracht; die 69er und die Ulanen setzten Feldwachen
nach der Grenze zu aus. Aber noch in der Nacht wurden die 69er
nach Saarlouis, ihrem Stabsquartier, berufen, und auch die Ulanen
verließzen infolge eines mißzverstandenen Befehles der 16. Division
die Städte, sodaß diese schutzlos dem einbrechenden Feinde preis—
gegeben waren. Am nächsten Morgen wurden die Schiffe, welche
hier zurückgeblieben waren, unbrauchbar gemacht oder versenkt und
alles entbehrliche Bahnmaterial in Sicherheit gebracht. Die Be—⸗
wohner versleckten ihre Wertsachen und richteten sich durch Einkäufe
von Vorräten auf Krieg und schwere Zeiten ein. Die wehrpflichtigen
Männer folgten dem Rufe des Königs und rüsteten sich zur
Abreise; über 3000 Wehrmänner und Freiwillige eilten aus dem
Kreise Saarbrücken zu den Fahnen.
Am Vormittag des 17. Juli kehrten die drei Schwadronen
Ulanen, welche Gegenbefehl erhalten hatten, zurück und übernahmen die
Grenzwacht; zu ihrer Unterstützung traf am Abend desselben Tages
das zweite Bataillon des Hohenzollern'schen Füsilier⸗-Regiments
Nr. 40 hier ein und wurde in den Städten einquartiert. Es
folgten nun aufregende Tage, da am 18. abends die Ankunft
starker französischer Truppenabteilungen bei Forbach gemeldet und
täglich das Vorrücken der Franzosen erwartet wurde. Am 19.
morgens wurden die Zollwächter auf der Folster Höhe von
französischen Chasseurs gefangen fortgeführt, und hier fand der erste
unblutige Zusammenstoß der Ulanen mit dem Feinde statt. Erst
an diesem Tage wurde die französische Kriegserklärung in Berlin
übergeben.
Die Vorpostengefechte und Neckereien, die in den nächsten
vierzehn Tagen sich anschlossen, wurden von den Bürgern mit großem,
zuweilen gar nicht ungefährlichem Interesse verfolgt. Aber die
Bewohner beschränkten sich nicht auf müßiges Zusehen, sondern
suchten den tapferen Verteidigern, die kaum zur Ruhe kamen, ihre
schwere Aufgabe durch gute Verpflegung möglichst zu erleichtern.
Für die Soldaten, die in den Alarmquartieren lagen, wurde in
Saarbrücken in der Prinz Wilhelm- und Mariannen-Anstalt und
in St. Johann in der Bergfaktorei auf städtische Kosten gekocht;
auch viele Privatpersonen erwiesen sich freigebig gegen die Krieger.
            
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