Städte als ungeteilten Stadtbezirk aus dem Bürgermeistereiverbande
auszuscheiden, die Gemeinde Brebach mit dem benachbarten
Bischmisheim zu vereinigen und die Ortschaften Malstatt, Burbach
und Rußhütte als Landbürgermeisterei Malstatt von dem Bürger⸗
meister der Stadt Saarbrücken verwalten zu lassen.
Die Gemeinderäte beider Städte beharrten aber bei ihrer
Forderung der Trennung. Durch die Kabinetsordre vom 3. Mai 1859
wurde denn auch jeder der beiden Städte die Städteordnung
vom 15. Mai 1856 verliehen, von einer Personaltrennung wurde
jedoch vorläufig abgesehen. Als aber der Bürgermeister Kromayer
im Anfang des Jahres 1862 sein Amt niederlegte, wurde in
Saarbrücken der bisherige Beigeordnete Karl Schmidtborn,
in St. Johann der bisherige Beigeordnete Karl Karcher zum
Bürgermeister gewählt. Beide erklärten, dieses Amt als Ehrenamt
versehen zu wollen. Für seinen Anteil an dem gemeinsamen
Rathaus erhielt St. Johann 7000 Taler ausbezahlt. So endete
die gemeinsame Verwaltung der Städte, nachdem sie 540 Jahre
bestanden hatte. Es stellte sich freilich bald heraus, daßz die
Rivalität beider Städte durch die Trennung nicht beseitigt, sondern
verstärkt worden war.
Aber wenn die Städte auch in der Verwaltung getrennt
waren, so gab es doch Gelegenheiten, bei denen die Herzen diesseits
und jenseits der Saar einmütig zusammenschlugen. Die edlen
Künste und die Vaterlandsliebe waren die unsichtbaren Bande,
die sich von dem einen Ufer der Saar zu dem andern schlangen.
Beide Städte feierten am 10. November 1859 gemeinsam den
100 jährigen Geburtstag des großen Dichters Friedrich Schiller.
In St. Johann wurde damals die erste Linde zu der Schillerallee
gepflanzt und die dorthin führende Straße Schillerstraße
genannt. Auch die 50jährigen Erinnerungsfeiern an die Erhebung
des deutschen Volkes im Jahre 1813 wurden in beiden Städten
einmütig begangen, und am 27. Juli 1865 vereinigten sich die
Stadträte beider Städte zu einer gemeinsamen Erinnerung an den
27. Juli 1815, an dem die Bürger von Saarbrücken und St.
Johann den Beschluß gefaßzt hatten, zwei Abgeordnete nach Paris