es zu einem Streit zwischen der Gemeinde zu St. Johann und
dem Stift St. Arnual. Die Bürger hatten sich nämlich geweigert,
verschiedene Abgaben an das Stift zu entrichten, welche, Rauchpfennig“
und „Sendpfennig vor Firbroche“ genannt wurden.) Sie be—
anspruchten außerdem freie Eckernutzung in dem zum Stift gehörenden
Halberg und stiellten den Stiftsherren Bedingungen für die Er—
hebung des kleinen Zehnten. Weil das Stift in der Unterhaltung
der Kapelle säumig war, hatte der Brudermeister?) einen Opferstock
in die Kapelle gestellt und das Opfergeld zum Kirchenbau
verwendet. Hierdurch fühlten sich die Stiftsherren benachteiligt.
Unter Vermittlung der Gräfin-Witwe Elisabeth und ihres Sohnes,
des Grafen Johann III., wurde ein vorläufiger Vergleich auf 5 Jahre
geschlossen, währenddessen der alte Zustand im wesentlichen bleiben
sollte. Doch erst im Jahre 1453 wurde durch den Grafen Johann
der Streit endgiltig geschlichtet. Es wurde festgesetzt:
1. Die Abgabe, welche jedes Hausgeseß zu St. Johann an
das Stift schuldig ist, nämlich 2 Pfennig, die man nennt Rauch—
Pfennig, und 3 Send-Pfennig vor Fürbruch, soll auf ewige
Zeiten abgeschafft sein, wogegen die Bürger und ihre Nachkommen
1) Der Rauchpfennig war eine Abgabe von jedem Hause, das rauchte,
d. h. bewohnt war. Der Sendpfennig war eine kirchliche Steuer, welche die
Pfarrgenossen wegen der heiligen Send (Synode oder Kirchenvisitation) schuldig
waren, bei der lirchliche Verbrechen (Firbroche) bestraft wurden.
2) Die Verwaltung des kirchlichen Vermögens führte eine besondere
Bruderschaft, die zur Beförderung ihres ewigen Heils sich zur Zahlung eines
Brudergeldes und zu frommen Werken verpflichtete. Der Mittelpunkt der
frommen Vereinigung war ein Kirchenaltar, den die Genossen an Festtagen
mit Kerzen schmüdten. An ihrer Spitze stand ein Brudermeister, der für die
Verwaltung des Kirchenvermögens verantwortlich war. So gab es in St. Johann
eine St. Johannis-Bruderschaft, in Saarbrücken eine St. Nikolaus-Bruderschaft,
die in der Schloßkirche, und die St. Georgs- oder Hofgesinde-Bruderschaft,
die in der Kreuzkapelle ihren religiösen Mittelpunkt hatte. Im Jahre 1440
vermachte Konrad von Geispitzheim der St. Niklas-Bruderschaft 4 Gulden,
der St. Johannis-Bruderschaft ebensodiel und der Hofgesinde-Bruderschaft
seinen grauen Mantel und einen Gulden.