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legten nun für sich und im Namen ihrer Gemeinden den
Huldigungseid ab; worüber eine Verhandlung unterschrieben würde.
Der Kommissarius erklärte hierauf die Besitzergreifung im Namen
des Königs für vollbracht. Der Oberbürgermeister Zimmermann
sprach die Empfindungen des Landes und der Städte über das
frohe Ereignis aus, und unter Geschützdonner schloßz der ambrosianische
Lobgesang die Feier, der auch General Graf Bülow von
Dennewitz beigewohnt hatte.
Der Zug ging dann in der vorhin beschriebenen Ordnung
durch die Wilhelmstraße nach St. Johann und zum Schloßplatz
zurück, wo dem Könige ein dreimaliges Hoch ausgebracht wurde.
Die Wehrmänner trugen ihre Fahne zur Kirche zurück, wo sie
mit Segensworten eingeweiht und aufgepflanzt wurde. Abends war
die Stadt erleuchtet, und als man hörte, daß die Ludwigskirche
erleuchtet sei, strömte alles dahin und sang freudig unter Orgel—
begleitung das Lied „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut.“
9. Die evangelische Union.
Durch die schweren Erschütterungen und Umwälzungen, die
unser Volk durchgemacht hatte, war der religiöse Sinn neu belebt
worden, und die im Jahre 1817 bevorstehende 300 jährige
Erinnerungsfeier an die Reformation gab den Anlaß, diesen Sinn
auch äußerlich zu betätigen. Aber der Zwiespalt zwischen
Lutheranern und Reformierten drohte die Stimmung bei dieser
Feier zu stören, und es trat deshalb der Wunsch hervor, eine
Einigung herbeizuführen, die bei dem Religionsgespräch zu
Marburg zwischen Luther und Zwingli (1529) nicht gelungen
war, und die beiden Bekenntnisse zu einer Kirche zusammen—
zuschließen. Im August des Jahres 1817 wurde der folgende
Aufruf der lutherischen und reformierten Pfarrer des Saarbrücker
Landes verbreitet: