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die Beamten in Saarbrücken gingen in das Bonapariistische
Lager über. Napoleon veranstaltete neue Rüstungen. Am 4. Mai
wurde alle waffenfähige Mannschaft vom 20. bis zum 40. Lebens⸗
jahre zur Nationalgarde nach Saarlouis einberufen. Die Stadt
St. Johann, die noch ihren Mauerring hatte, wurde durch drei
hölzerne Tore und Pallisaden in Verteidigungszustand gesetzt.
Die Brücke wurde durch zwei sogenannte spanische Reiter gesperrt
und das Obertor völlig geschlossen; zwei Kompagnien Nationalgarde
und etwa hundert Mann vom Mosel-Freikorps bildeten
die Besatzung.
Am 18. Juni errangen Engländer, Niederländer und Deutsche
unter Wellington und Blücher einen entscheidenden Sieg über
Napoleon, aber unsere Städte, besonders St. Johann, sollten
noch der Schauplatz eines blutigen Nachspiels werden.
Am 23. Juni gingen die Bürger von St. Johann ohne
Furcht vor Gefahr ihrer gewohnten Arbeit nach; zahlreiche Frauen
waren auf den Bleichen beschäftigt, als um 1 Uhr auf der
Dudweiler Straße zwei französische Gendarmen auf schaumbedeckten
Pferden heranjagten und den Leuten zuriefen: „Die Baiern
kommen!“ In großer Bestürzung eilten Männer und Frauen in
die Stadt, während die Nationalgarde und die Freischärler an die
Tore und Mauern liefen. Die Häuser wurden geschlossen, die
Fensterläden zugezogen, und ein jeder suchte ein sicheres Versteck
zu gewinnen. Bald wurden die Baiern auf der Dudweiler
Straße sichtbar. Es war der Generalleutnant Graf Beckers, der
mit einer Infanterie-Brigade, einer Batterie und einer Reiter⸗
schwadron von Neunkirchen aufgebrochen war, um St. Johann zu
besetzen und den Übergang über die Saar zu sichern. Ein Teil
der Truppen ruckte gegen die Saarbrücke vor und erwiderte das
Feuer, das sie von dort erhielten; andere wandten sich nach dem
Türkentor (an der katholischen Kirche) und stürmten auf dasselbe
los. Der erste Angriff der Baiern wurde durch das Feuer der
Verteidiger abgeschlagen, der Major Bauer wurde schwer verwundet.
Doch ein neuer Angriff machte die Baiern zu Herren des Tores.
Die Franzosen wichen anfangs hinter die Mauer der katholischen
Kirche und gaben von hier aus Feuer, zogen sich aber dann über