Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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der Anfang gemacht worden.“ Dieser Abbruch der Tore steht
wohl in Zusammenhang mit dem Bau der großen Heerstraße von
Metz nach Mainz, die St. Johann als Mainzer Straße durchschneidet.
„Am 25. August 1910 ist hier am großen Brunnen die
erste Laterne aufgestellt worden. Wenig Erleuchtung. — „1811,
am 15. März haben die Conscrits vom Jahre 1791 gespielt“
(gelost). Die Franzosen hatten die Konskription (Militär-Aus—
hebung) eingeführt, von der man sich frei losen konnte.
„Am 9. Juni wurde allhier das Geburtsfest des Königs
von Rom auf das Feierlichste begangen. Morgens 7 Uhr kündigte
der Donner des Geschützes dieses bedeutungsvolle Fest an. Um
9 Uhr gingen sämtliche Militär- und Civilpersonen in ihren Staats—
uniformen unter Geschützsalven in die Kirchen. Mittags um 2 Uhr
ging der ganze Zug nach der neuen lutherischen Kirche (Ludwigs⸗
kirche). Voraus gingen die Schulkinder beider Städte, von ihren
Lehrern geführt. Die Kirche war mit Laubwerk und Blumen—
kränzen geschmückt. Der Pfarrherr Zimmermann hiellt in fran—⸗
zösischer und deutscher Sprache eine passende Rede, und die Kinder
sangen unter dem Donner des Geschützes das To doum laudamus
(Herrgott, Dich loben wir). Um 4 Uhr wurde den Kindern eine
Komödie gratis gegeben. Abends um 8 Uhr war Wettrennen
um 2 silberne Uhren. 2 Paar Militärpersonen wurden kopuliert
und 16 arme Kinder gekleidet. Jedes Paar der Kopulierten
erhielt zu seiner Ausstattung 600 Franken. Nach eingetretener
Finsternis ward die Stadt illuminiert; dann war Ball und
freie Nacht.“
Der König von Rom war bekbanntlich der lang ersehnte Sohn
Napoleons, den ihm die österreichische Kaisertochter Marie Luise
geboren hatte. Zur Erinnerung an diese Feier wurden die 7
Eichen auf der Höhe der Lebacher Straße gepflanzt an der Stelle,
wo der Weg nach der Grube Von der Heydt von dieser
Straße abgeht.
Napoleon stand damals auf dem Höhepunkt seines Glückes
und seiner Macht. Seine maßlose Herrschsucht und sein wahn—
sinniger Ehrgeiz rissen ihn ins Verderben. „Vom 7. Februar bis zum
7. Mai sind an 60,000 Mann mit wenigstens 20,000 Pferden
            
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