Full text : Geschichte der evangelischen Gemeinde St. Johann zu Saarbrücken zur 200 jährigen Erinnerungs-Feier der am 24. Juni 1727 erfolgten Einweihung der alten Kirche

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und Ottweiler. Das Konsistorium St. Johann, dessen Präsident
der Pfarrer Ludwig Schmidt war, umfaßte die Pfarreien
St. Johann, Dudweiler, Neunkirchen, Dirmingen, Heusweiler
und Völklingen. Die Geistlichen wurden vom Staate besoldet,
sie erhielten 500 bis 1500 Franken Gehalt.

Am 186. September 1802 wurde die Konsistorial-Verfassung
der evangelischen Kirche durch den Präsidenten des General—⸗
konsistoriums zu Mainz Pietsch feierlich eingeführt. Die gesamte
Geistlichkeit unter Anführung des Inspektors Röchling, die
Mitglieder der Konsistorien beider Städte, der Maire und andere
„Notablen“ versammelten sich in dem Hause des Herrn Kaspar
Korn zu Saarbrücken und zogen in die Ludwigskirche. Die
Einwohner beider Städte waren zu dieser Feier eingeladen.

Über die Einsetzung des Lokalkonsistoriums St. Johann
wurde folgendes Protokoll aufgenommen: „Heute den 16. September
des Jahres 1805 unter dem Vorsitz des Unterpräfekten Bordé
und des Präsidenten des Generalkonsistoriums Augsburgischer
Konfession in der Absicht, die Lokalkonsistorien von Saarbrücken,
St. Johann und Ottweiler zu organisieren, genau nach den Vor—
schriften des organischen Gesetzes über die protestantischen Kulte
vom 8. April 1802, haben 25 Familienväter folgende 11 Laien—
mitglieder des Lokalkonsistoriums erwählt: F. Dryander, Maler,
G. L. Firmond, Balthasar Schlachter, Daniel Bruch,
Jakob Groß von St. Johann, Phil. Wagner von
Friedrichsthal, Georg Appolt von Dudweiler, Nikol. Wahlster
von Bietschied, F. Guthörl von Dirmingen, Wohlfahrt von
Neunkirchen, Georg Kunkel von Völklingen.“

In dem Annuaire (Jahrbuch) des Saardepartements vom
Jahre XI. (1802/1803) sagt der Generalsekretär Zegowitz von
den Einwohnern der beiden Städte: „Sie sind arbeitssam, tätig
und intelligent, von großer Einfachheit in ihren Sitten und Ge—
bräuchen, ohne Luxus, und zeichnen sich nur durch ihre Okonomie
und Mäßigkeit aus, welche sowohl in den Mittelklassen wie bei
den Reichen herrscht.“
            
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