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Mitteilungen des historischen Vereins für die Saargegend abdrucken
lassen. Die Gottlieb'sche Chronik beginnt mit der Einweihung der
Ludwigskirche am 25. August 1775 und endigt mit der Feier der
preußischen Besitzergreifung am 30. November 1815. Gottlieb
erzählt vom Jahre 1797 folgendes: „Am letzten Tage des Jahres
wurde die Bürgerschaft eingeladen, in der Kirche zu erscheinen.
Den wenigen, velche erschienen waren, wurde im Besein des
neuen französischen Amtmanns, des Kommandanten, eines
Kommissärs und der Mitglieder unseres Stadtgerichts vorgelesen,
daß nunmehr alle Landschaften diesseits des Rheins unter
französischer Botmäßigkeit stünden; und solle die Bürgerschaft und
das ganze Land jetzt darüber seine Freude und sein Ver—
gnügen äußern, daß es von der despotischen fürstlichen Herr—
schaft befreit se. Da wir alle das Gutliche der französischen
Republik mehr, als uns lieb ist, bisher schon kennen
gelernt haben und viele Bürger an dieser neuen Herr—
schaft kein Vergnügen finden, so wollen sie solches gar
nicht glauben.“ Der letzte Satz der Chronik lautet: „In der
Nacht vom 29. auf den 30. November sind die Douaniers von
hier fortgegangen. Adieu!“
Die Firmond'sche Chronik ist ausführlicher; sie beginnt mit
der Revolution im Jahre 1790 und endigt mit dem Jahre 1801.
Nur zwei Sätze will ich aus dieser Chronik hervorheben, die
ebenso wie der letzte Satz Gottliebs von der deutschen Gesinnung
der damaligen St. Johanner Bürger zeugen.
„1799. Dezember kam ein Brief vom Departement von
Trier, daß wir hier insgesamt sollten einen Brief mit aller Unter⸗
tänigkeit an den Bonaparte in Paris schreiben und darauf antragen,
daß er uns möchte mit den übrigen Franzen reunieren (vereinigen);
dieser Brief hat aber kein Gehör gefunden, und jeder sagte: Da
wir ruiniert sind, sollen wir uns mit ihnen reunieren!“ —
„1801. März den 17. ist ausgeschellt worden, das linke Rheinufer
sei französisch, und der Rhein wäre den Franzosen ihre Grenzlinie;
da sind auf diese Nachricht nachmittags die Katzenköpfe gelöst worden,
und in allen Kirchen sind die Glocken geläutet worden — ist
kein Vergnügen für uns!“