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welche uns die Franzosen auferlegt haben. Die Verwirrung
der Franzosen in der Stadt ist unbeschreiblich, alles läuft unter⸗
und widereinander, und wir ergötzen uns nicht wenig an ihrer
Bestürzung und an ihren vergeblichen Bemühungen, ihre Furcht
zu verbergen. Morgen ist also der Tag, der unser Schicksal
entscheidet.“
Man erwartete also mit Bestimmtheit die Erstürmung
Saarbrückens durch die Preußen, und es ist nicht zu bezweifeln,
daß ein energischer Vorstoß die Stadt befreit hätte. Das geben
auch die französischen Berichte zu. „Nur noch ein einziger Schlag“,
sagt der französische Kriegs-Schriftsteller Chuquet, „und die Mosel—
armee war nach Lothringen zurückgedrängt. Sie stand im Zeichen
der Auflösung, und die Preußen hätten ohne jede Frage alle unsere
Stellungen an der Saar nehmen können, wenn sie nur gewollt
hätten. Von allen Seiten hörte man nur den Ruf: „Wir sind
abgeschnitten!“ Mit gesenktem Haupte und langem Gesicht
schnürten die Jakobiner ihr Bündel zum Abmarsch nach Frankreich.“
Aber dieser entscheidende Angriff erfolgte nicht; mit Plänkeln,
Patrouillieren und Kanonieren wurde die Zeit hingebracht, obgleich
der Augenblick zu entschlossenem Vorgehen so günstig wie möglich
war. Niemals war Frankreich in schlimmerer Lage als damals:
das Land war von Parkteiungen zerrissen, in der Vendée war die
royalistische Partei siegreich, die erssen Städte des Landes, Lyon,
Bordeaux und Marseille, in offenem Aufstande gegen die von den
Jakobinern beherrschte Hauptstadt, dabei Staatsbankerott und
Hungersnot vor der Türe, ein feindliches Heer von 250,000
Mann trefflicher Truppen an den Grenzen zum Einfall bereit, die
eigenen Truppen zuchtlos und entmutigt — dies Bild mußte ver—
lockend genug für die Koalitionsmächte sein. Was war es nun, das
den preußischen Führern Kalckreuth, Knobelsdorff und Blücher die
Füße lähmte, daß sie sich scheuten, die Saar, als ob es ein
stygisches Wasser wäre, zu überschreiten? Es klingt paradox, aber
es ist so: das Schicksal Saarbrückens wurde damals an der
Weichsel entschieden. Preußen hatte keine Lust, diesen Krieg gegen
Frankreich zu führen, in dem es nichts zu gewinnen hatte, während
im Osten, in Polen, wichtige Interessen auf dem Spiele standen.