folgte, um hier, teils in den Städten, teils auf den umliegenden
Dörfern, die Winterquartiere zu beziehen. Der bereits leidende
Fürst, der sich tags zuvor, um dem Getümmel zu entgehen, nach
Neunkirchen begeben hatte, ordnete an, daß die höheren Offiziere
im Schloß zu Saarbrücken einquartiert und gastlich bewirtet wurden;
auch die Kommandeure der auf den Dörfern liegenden Abteilungen
wurden mit Wildpret und Wein versehen; dagegen erhielt der
Fürst Schutzbriefe für seine Schlösser. Von den Soldaten zeichnete
sich das erste Regiment durch gute Manneszucht vor der Mosel—
legion aus.
Bald nachher verbreitet sich die Nachricht von der Hinrichtung
Ludwigs XVI. und erfüllte jedes menschlich fühlende Herz mit
Entsetzen. Ganz Westeuropa vereinigte sich zu einem großen Kriegs—
bunde gegen das republikanische Frankreich; Belgien und Mainz
sollten zunächst zurückerobert werden. Dieser Bedrohung gegenüber
begannen die Franzosen ihren Ruf: „Krieg den Palästen!“ durch
die Tat wahr zu machen. Ihr erster Anschlag galt dem Herzog
Karl von Pfalz-⸗Zweibrücken. Mitte Februar setzte sich die Saar—
brücker Garnison mit den umliegenden Truppen gegen Homburg
in Bewegung, um den Herzog in seinem Schlosse Karlsberg
zu überfallen und festzunehmen. Doch es gelang diesem, im letzten
Augenblick durch die Flucht zu entkommen; die Franzosen rächten
sich durch die barbarische Zerstörung seines schönen Lustschlosses.
In Saarbrücken sah man die Beute von Karlsberg, kostbare
Gemälde und Möbel, die reiche Gewehrsammlung u. a. auf
vielen Hundert Wagen durchführen. Der Bruder des Herzogs,
Prinz Max, ließ den Fürsten warnen und zur Flucht mahnen.
Fürst Ludwig aber ließz sich durch die französischen Versicherungen
beruhigen, daß er als Freund und Verbündeter der Republik
keinen Schaden leiden sollte, und blieb ruhig in Neunkirchen.
Wie erzählt wird, war es besonders die Gräfin von Ottweiler,
die, um die Zukunft ihrer Kinder besorgt, ihn zum Bleiben bewog.
Obwohl die französische Regierung sich geweigert hatte, das letzte
Quartal der bis zum Jahre 1792 fälligen Subsidien zu bezahlen,
hatte der Fürst alles vermieden, was den Verdacht oder die Ver—
stimmung der französischen Machthaber erregen konnte. Den