von eigenen Leuten, welche die Bebauung der Felder und die
sonstige Wirtschaft besorgten.
Die Verbindung zwischen St. Johann und der gegenüber—⸗
liegenden Stadt Saarbrücken wurde durch ein Fährschiff vermittelt,
das seit der Mitte des 13. Jahrhunderts urkundlich bezeugt ist.
Diese Fähre gehörte dem Grafen, der die Einkünfte derselben
einigen seiner Burgleute anwies. Später werden zwei „Punten“,
eine größere für Fuhrwerke und eine kleinere für Personenverkehr,
erwähnt, deren Unterhaltung den Bewohnern oon St. Arnual
oblag. Graf Simon IV. tauschte im Jahre 1281 von den Rittern
von Thedingen und Ecksweiler das „Neue Gut“ in St. Arnual
und St. Johann für seine Güter in Neunkirchen und Berschweiler
ein. Daraus geht hervor, daß außer dem Hofe des Volmar noch
andere adelige Güter auf dem Banne von St. Johann lagen.
Während Saarbrücken im Jahre 1316 schon als Stadt
bezeichnet wird, war St. Johann noch ein Dorf. Beide Orte aber
waren, da hier zwei wichtige Handelsstraßen, die Straße von Metz
nach Mainz und die Straße von Oberitalien nach Flandern, sich
kreuzten, schon zu einiger Bedeutung gekommen. Graf Johann J.
erkannte diese Bedeutung dadurch an, daß er der Stadt Saarbrücken
und dem Dorf St. Johann im Jahre 1321 einen Freiheitsbrief
verlieh.)) Durch diese Urkunde erhielt das Dorf St. Johann
Stadtrechte, und seine Bewohner wurden für frei von den Pflichten
und Abgaben des Hofrechtes erklärt. Die Rechte des Grafen und
die Pflichten der Bürger wurden genau bestimmt; diese erhielten
das Recht der Selbstverwaltung und die niedere Gerichtsbarkeit.
Alle Jahre am Sonntag vor Pfingsten sollten die Bürger von
Saarbrücken und St. Johann ihre Gerichtsleute wählen, und zwar
vier von Saarbrücken und vier von St. Johann. Diese sollten
am Pfingsttage in der Burg zu Saarbrücken dem Grafen oder
seinem Stellvertreter vorgestellt werden, der von ihnen einen zum
Meier und einen zum Heimburgen ernennen würde, während die
übrigen sechs Schöffen sein sollten. Diese sollten auf die Heiligen
1) Diese Verleihung ist auf einem Wandgemälde im Festsaale des neuen
Rathauses in einer den geschichtlichen Tatsachen und Verhältnissen wenig ent⸗
sprechenden Weise dargestellt.