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Kälte der Jahrgänge 1766 und 1767 übertroffen hat. Nachdem
dieselbe mehrere Tage gedauert, so ließ sie zwar mit ihrer außer⸗
ordentlichen Heftigkeit einige Zeit nach, sodaß ein Tauwetter einfiel,
wobei ein guter Teil Schnee abging. Dagegen aber fiel gleich
darauf von neuem eine großze Menge, womit es bei beständiger
namhafter Kälte schier täglich so fortdauerte, also daß noch viel
mehr zusammen kam und der Erdboden tiefer bedeckt wurde, als
anfänglich geschehen war.
Endlich schickte Gott ein gütiges Tauwetter, welches den
22. Februar 1784 seinen Anfang nahm. Und weil es den 26.
ein wenig zu regnen anfing, so ist dadurch die grausame Wasser⸗
flut verursacht worden.
Wir zu St. Johann hatten das höchste Wasser in der Nacht
um 3, 4 und 5 Uhr. In der sogenannten Vordergasse —
jedenfalls ist damit die jetzige Saarstraße gemeint — war es
mannshoch. Im Pfarrhaus in der untersten Wohnstub und
Küche hat es ungefähr 2 Schuh und in der Kirche 1 Schuh—
hoch gestanden.
Durch gütige und weise Anstalt des Stadtmagistrats ist eine
Patrouille die ganze Nacht durch alle Gassen in einem Nachen
gefahren, um, weil kein Mensch dem andern zu hülf kommen
konnte, den Hülflosen beizuspringen.
Weil das Wasser zu hoch worden war, als daß es durch
die Bogen der Saar-Brücke hätte passieren und das Eis mit sich
hindurchführen können, so stürzte es morgens gegen 3 Uhr diese
Saar-Brücke nieder, welches man in dieser schreckvollen Nacht der
Stadt Saarbrücken durch Stürmen mit allen Gocken und durch
Trommelschlag bekannt gemacht. Doch ist niemand bei dieser Ein—
stürzung umgekommen.
Zugleich hat das wütende Wasser eine Menge von Eisstücken
mitgebracht und da es hernach gefallen, in den Gärten sitzen lassen,
welche sich niemand vorstellen kann. 10, 20 und mehr Schuh lang
und breit, 192 bis 2 Schuh dick, wodurch die Zäune aus dem
Land, ja die Bäume aus den Wurzeln gerissen worden.
Die Vorsehung Gottes hat gewacht und sich darin verherrlicht,
daß