94
bis 1727 von Georg Ludwig Firmond, Bürger und Gerichts⸗
schöffen. So konnte am 19. Januar 1725 „dem Werkmeister
Dominique Garosse, Italienern, und wohnhaft zu Otitweyler, mit
hohem Vorwissen die Kirche, der Kirchturm mit Mauer- und Stein—
—VDD
Trankgeld von 10 Gulden verakkordiert werden, nachdem noch der Bild⸗
hauer Coraille ein Modell von der neuen Kirche in Erde hergestellt
hatte. Die Zimmerarbeiten übernahmen der Saarbrücker Paul
Bucklisch und der Ottweiler Meister Nik. Buntzel; die Stuckateure
Johann Adam Eyßen und Johann Kreß fertigten die Stuck- und
Gipsarbeiten.“
„Die schöne Marmorkanzel, das einzige Schmuckstück der
Kirche, dessen Errichtung ein Beischuß der regierenden Gräfin förderte,
und den Altar lieferte der Bildhauer Ferdinand Ganal von
Saarlouis, das immer noch, wie vorher schon, in dieser Zeit die
künstlerischen Kräfte nach Saarbrücken lieferte. Um die Kanzel herum
malte dann noch der „Mahler Hr. Bellon einen blauen Fürhang,
so von zwei Engelfiguren fliegend gehalten wird,“ der noch unter
der Tünche stechen mag.“
Zwei Abendmahlskannen und ein Kelch sind eine Stiftung
der Gräfin Sophie Eleonore, einer unvermählten Tochter des Grafen
Gustav Adolf, von der auch die Eleonorenstiftung zu Gunsten der
Pfarrer der Grafschaft Saarbrücken herrührt; die Hostiendose in
Gestalt eines Buches ist von Christiane, der Witwe des Grafen
Karl Ludwig, gestiftet.
Die altertümliche Taufschüssel trägt die Inschrift: Louise
Sophie, comtesse regnante de Nassau, néo comtesse do
Hanau; auf dem Grunde der Taufschüssel befindet sich das
Nassau-Saarbrückische und das Hanauische Wappen, durch eine
fünfblättrige Grasenkrone verbunden. —
Aus den Einzelangaben der alten Baurechnung ist mit
Genugtuung zu erfehen, mit welcher großen Opferwilligkeit damals
alle Kreise, die fürstlichen Herrschaften, die Stadt, die Bürgerschaft
und auswärtige Privatpersonen zu den Kosten des Kirchbaues
beigesteuert haben.