Full text : Geschichte der Gemeinde und der Bürgermeisterei Quierschied

J. Geschichte der Gemeinde Quierschied
bis zur Vereinigung mit Preußen (1815)

Die Gegend von Quierschied war schon in vorgeschichtlicher
Zeit besiedelt. In dem Quierschieder Walde fand man ein Werk—
zeug aus Feuerstein mit scharfgeschliffener Spitze; solche Werk—
zeuge wurden gebraucht, ehe man die Kunst der Cisenbearbeitung
kannte. Am südöstlichen Abhange der Höhe zwischen Quierschied
und Fischbach haben sich Mauerreste gefunden, die aus der
Römerzeit herzurühren scheinen. Es war dies eine Ansiedlung,
die dem landwirtschaftlichen Betrieb dientei).
Der Name Quierschied ist deutschen Ursprungs und lautet in
der ältesten Aberlieferung Quirnesceit. Das Wort ist auf das
altdeutsche Wort „Quirn“ ⸗ „Mühle“ zurückzuführen, von dem
auch der Name der Stadt Kirn an der Nahe herkommt. Es
befand sich also schon in alter Zeit hier eine Mühle am Fischbach.
Die Zusammensetzung mit dem Worte „Scheid“‘ — „Grenze“
keilt Quierschied mit mehreren anderen Orten der Saargegend,
wie Sengscheid, Wahlschied, Lummerschied, Bietschied, Pflugscheid,
 Fahlscheidt, Knorrscheid. Es darf wohl vermutet werden,
daß in der NRähe dieser Orte eine alte Grenze, vielleicht zwischen
den deutschen Stämmen der Alemannen und Franken, vorbei—
führte. In der Nähe des Dorfes Scheidt steht noch der große
Rentrischer Stein oder Spillenstein, den man gewöhnlich als
eine Grenzmarke an einer alten Straße ansieht.
Urkundlich wird Quierschied zum ersten Male im Jahre 999
nach Christus erwähnt. In diesem Jahre schenkte Kaiser Otto III.
dem Bischof Adalbert Il. von Metz die Burg Saarbrücken mit
dem Hofe Völklingen, Quierschied (Quirnesceits), dem Warndtwalde
 und allem Zubehör, d. h. das damals noch fast ganz mit

i) Bericht von Prof. Or. F. Schröter in den Mitteilungen des historischen
Dereins für die Saargegend IUI 112 j. III 53, 72.
            
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