Jahre 1918 waren 29 erholungsbedürftige Kinder auf dem
Lande untergebracht.
Bei dem häufigen Vorkommen von typhösen Krankheiten
war die Versorgung der Gemeinde mit gutem Trinkwasser von
größter Bedeutung. Im Jahre 1897 beschloß der Gemeinderat,
mit der Gemeinde Friedrichsthal wegen der Ueberlassung von
Wasser in Verbindung zu treten und es wurde zu diesem Zwecke
eine Kommission, bestehend aus dem Bergrat Wiggert, dem
Fabrikbesitzer Köhl und dem Gemeindevorsteher Strauß ge—
wählt. Im Jahre 1899 kam ein Vertrag zwischen beiden Ge—
meinden zustande. Zur Bestreitung der Kosten sollte der im
Staatsschuldbuch niedergelegte Betrag von 150 000,- Mark
(Köllertaler Holzablösungsfonds), so weit nötig, in Anspruch
genommen werden. Doch diese Versorgung war nur ein Notbehelf.
Das Schulhaus in Göttelborn wurde im Jahre 1898 an
die bergfiskalische Wasserleitung angeschlossen. 1899 wurde ein
Gemeindebrunnen auf der Paulsburg angelegt. Da die Ein—
richtung einer eigenen Wasserleitung als ein dringendes Be—
dürfnis erschien, so wurde von dem Kreisbaumeister Hendler
ein Plan ausgearbeitet und von dem Gemeinderat im Anfang
des Jahres 1900 angenommen. Für die Kosten sollte der er—
wähnte Betrag des Staatsschuldbuches flüssig gemacht werden.
Die Kosten beliefen sich auf 115 000 — Mark; 71 Hydranten mit
Hhochdruck wurden eingebaut. Da in Quierschied Immobilien
im Werte von 2584 160,— Mark und Mobiliar im Werte von
452 877, - Mart bei der Kheinischen Provinzial-Feuerversiche—
rung versichert waren, so leistete diese einen Zuschuß zu den
Kosten im Betrage von 10 000. -— Mark. Der Wasserpreis
wurde auf 25 Pfennig für das Kubikmeter festgesetzt. Im Jahre
1904 wurde die Straßenreinigung und die Müllabfuhr geregelt.
Der Wasserlieferungsvertrag mit Friedrichsthal wurde im
Jahre 1907 gekündigt.
Von großer Bedeutung für die Gemeinde war die Ent—
stehung des großen Knappschaftskrankenhauses im Fischbach—
tale, das besonders für die Bergleute der Fischbachgruben und
der Grube Von der Heyot bestimmt ist, und zugleich als Lungen—
heilstätte dient. Am 20. Juli 1907 wurde in Gegenwart des
Handelsministers und des Oberpräsidenten der Rheinprovinz
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