Full text : Geschichte der Gemeinde und der Bürgermeisterei Quierschied

meinde an dem Bürgerhospital in Saarbrücken konnte im Wege
eines Rechtsstreites nicht durchgesetzt werden. Seit dem
1. Januar 1912 besteht in Quierschied eine Fürsorgestelle für
Tuberkulose.
Die Zahl der jährlichen Impfungen betrug vor dem Welt—
kriege durchschnittlich etwa 400; sie fiel im Jahre 1917 auf 285
und hob sich im Jahre 1918 wieder auf 355.
Von ansteckenden Krankheiten blieb Quierschied nicht ver—
schont. Im Jahre 1903 kamen 7 Typhusfälle vor, davon 6 in
einer Familie; zwei Fälle verliefen mit tödlichem Ausgang.
Im folgenden Jahre kamen 11 Typhusfälle vor, von denen drei
tödlich verliefen; außerdem 5 Fälle von Scharlachfieber mit
gutem Ausgang. 1905 kamen 3 Diphteriefälle vor, von denen
einer töolich war. 1906 wieder 6 Typhusfälle, von denen einer
tödlich war. Diphterie- und Scharlachfieber hatten bei Kindern
zum Teil tödlichen Ausgang. An Tuberkulose starben 13 Per—
sonen. Im Jahre 1907 kamen wieder 11 Todesfälle an Tuber—
kulose vor und 8 Typhusfälle. Im Jahre 1910 kamen 8 Fälle
von Typhus, 5 von Diphterie und 9 von Tuberkulose, die im
folgenden Jahre sogar 16 Opfer forderte. Im Jahre 1911 kein
Fall von Typhus, einer von Diphterie und 10 von Tuberkulose
und 2 von Kindbettfieber. 1914 6 Typhusfälle, 17 Ruhr, 4 tödlich)j,
 1915 13 Typhus (2 tödlich) und 3 Paratyphus, 1916 wie⸗
der 7 Typhusfälle. Seit dem Jahre 1904 war ein Desinfektor
in Tätigkeit; dann wurde ein Desinfektionsapparat und ein
zweiter Desinfektor angestellt. Im Jahre 1894 wurde ein Wasenplatz
 angelegt und 1897 ein Wasenmeister ernannt. Für ge—
sundheitliche Zwecke wendete die Gemeinde im Jahre 1911
3970 Mark auf. Im Jahre 1895 wurde der Friedhof erweitert,
eine Friedhofskapelle erbaut und eine Begräbnisordnung er—
lassen, im Jahre 1900 ein Ortsgesetz betr. die Errichtung von
Bebäuden veröffentlicht.
Die Ortskrankenkasse zählte Mitglieder: 1900 181; 1910
203; 1912 1860; 1913 188; 1914 211. Die Versicherungsbeiträge
beliefen sich im Jahre 1912 auf 3613, — Mark, im Jahre 1913
auf 3680,— Mark. An Unterstützungen wurden gezahlt: 1912
3081,- Nark, 1913 3733, — Mark. Das Vermögen der Kasse
belief sich im Jahre 1913 auf 4967, — Mark.
            
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