Full text : Geschichte der Gemeinde und der Bürgermeisterei Quierschied

ihnen so den Nutzen, den sonst eine Baugenossenschaft bringen
kann, in reichstem Maße zukommen ließ. Ganze Züge Bauholz,
Backsteine, Kalk, Zement usw. rollten an. Der Güterbahnhof er—
wies sich ob dieser Geschäftigkeit als zu klein. Um das Bauen
zu verbilligen, wurden mit Unterstützung des Kreises zwei Ambi—
Formen-Keihen beschafft und in einem dazu hergerichteten
Schuppen der alten Glashütte aufgestellt. Hier arbeiteten die
Bauherren in mehreren Schichten und fertigten die für ihre
Neubauten benötigten Steine selber an. Seitdem hat diese Bau—
woeise hier sehr viele Anhänger gefunden und dazu geführt, daß
die Gestehungskosten eines Hauses sich um etwa 302 verbilligen.
Außerdem wurde das Bauen in den Jahren 190 bis 1923
durch Gewährung von zinsfreien Gemeindedarlehen in Höhe
10 o00 Mark und rückzahlbaren Darlehen seitens des Kreises
gefördert. Es muß dankbar anerkannt werden, daß auch der
Kreis für diese Darlehen Zinsfreiheit bis zum 1. Januar 1923
gewährte. Lebensmittel und Futtermittel wurden von der Ge—
meinde beschafft und zu ermäßigten Preisen verkauft. Die für
die Kinderernährung so notwendige Milch wurde aus Holland
bezogen und zum Gestehungspreise von 6,10 M (1921 9,30 M)
für das Liter abgegeben.

7. Die Pfarrei Quierschied

Quierschied und seine Filiale Fischbach gehörten anfangs
zur trierischen Pfarrei Heusweiler. Den großen Zehnt in Quier—
schied erhob in Quierschied im Jahre 1323 das Kloster Neu—
münster bei Ottweiler. Im Jahre 1575 wurde hier die Re—
formation eingeführt, doch im 30jährigen Krieg starb die Be—
völkerung fast ganz aus und in der Reunionszeit wanderten
viele Katholiken ein. Aus dem Jahre 1739 wird berichtet, daß
fast alle CEinwohner des Dorfes sich zum katholischen Glauben
bekannten. Bei der Neuordnung der Diözese im Jahre 1803 kam
Quierschied zur Pfarrei Illingen, während Fischbach Filiale von
Heusweiler blieb. Da die Bevölkerung stark zugenommen hatte,
so wurde am 4. Juli 1862 Quierschied mit Fischbach als Pfarr-Vikarie
 verbunden und diese am 27. April 18609 zur Pfarrei
Quierschied erhoben. Die der Gottesmutter geweihte Kirche ist

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