Full text : Geschichte der Gemeinde und der Bürgermeisterei Quierschied

tanen seien, Personalfreiheit genießen und eine Kuh und ein
Schwein abgabenfrei halten, von ihrem übrigen Vieh aber das
gewöhnliche Weide- und Eckergeld bezahlen. Vier zum Betrieb
verwendete Fuhrpferde sollten vom Frongeld frei sein.
Don den aus dem Land zu führenden Glaswaren sollte der
Land- oder Wasserzoll bezahlt werden, die zum Betrieb notwen—
digen Rohstoffe aber zollfrei eingehen.
Don den auf dem Werk verzapften Getränken sollte der Be—
ständer die gewöhnlichen Abgaben entrichten, auch Salz und
Tabak von den Admodiatoren entnehmen.
Den zum Betrieb nötigen Sand durfte er nur auf seinem
eigenen Land graben. Der Kauf von Asche und Pottasche wurde
ihm an den Orten freigegeben, wo diese Erzeugnisse nicht ad—
modiiert waren.
Es fehlte dem Unternehmer jedoch bald an dem zum Betrieb
notwendigen Geld, und er trat deshalb in ein Vertragsverhält—
nis mit den Gebrüdern Köhl in St. Johann. Diese verpflichteten
sich, iIhm das zum Betrieb der Glashütte nötige Geld vorzustrecken.
Dagegen mußte Franz sich verpflichten, alles Glas, das er auf
seiner Hütte herstellte, den Gebrüdern Köhl allein zu überlassen
und frei in die Kohlwaage in St. Johann zu liefern, und zwar
die eine Hälfte der Kisten geschauft, die andere ungeschauft, die
Kiste für 756 Gulden, und für jedes Hundert Kisten 4 Kisten
umsonst zu geben. Jede Kiste sollte nur gutes helles Glas ent—
halten, und 230 bis 234 Pfund schwer sein. Zur Sicherheit setzte
Franz „all sein Hab und Gut, Schiff und Geschirr“, besonders die
neuerbaute Glashütte mit Gerechtsame und fürstlichen Privi—
—
zember 1779 abgeschlossen. Johann Franz konnte seinen Namen
nicht schreiben und mußte sein Handzeichen unter den Vertrag
setzen. Die Hütte verfertigte Fensterglas, nur ausnahmsweise
auch „Bouteillen“.
Aber die Glaslieferung blieb hinter den gewährten Vor—
schüssen weit zurück. Schon am Ende des Jahres 1780 hatten die
Bebrüder Köhl an Franz 6 654 — Gulden zu fordern. So geriet
Franz in Konkurs und das Fürstliche Oberamt ließ am 4. De—
zember 1782 die Glashütte versteigern. Das Werk wurde von
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.