Full text : Geschichte der Gemeinde und der Bürgermeisterei Quierschied

war ausgesteint. Das Dorf gehörte zu der Meierei Hilschbach,
deren Meier Hans Peter Huppert hieß. In Quierschied wohnte
kein Gerichtsmann. An Feuerlöschgerät gab es zwei Leitern
und zwei Haken, welche an Hans Georg Keßlers Haus unter
Dach hingen. Im Dorfe waren zwei „gemeine Fließ““Brunnen
mit Trögen nebst einer Schwemme. Die Untertanen waren
nicht in die Mühle gebannt, d. h. sie brauchten nicht dort ihre
Frucht mahlen zu lassen. Die ganze Waldung war herrschaftlich
auch war ein herrschaftlicher Weiher bei der Mühle. Die Fisch—
bach, die einigen Ertrag an Fischen bot, bildete zum Teil die
Brenze zwischen Saarbrücken und Ottweiler. Die Einwohner
hatten sich nach der Hilschbacher Dorfordnung zu richten, die
ihnen in jedem Jahre in Heusweiler vorgelesen wurde.
Die Hauptnahrung der Bewohner bestand in Ackerbau und
Viehzucht. Gemeindeeinkünfte und Koppelweide gab es nicht.
Drei Bewohner waren in guten, zwei in mittelmäßigen und die
übrigen in schlechten Vermögensverhältnissen. Die Herrschaft
hielt einen Jäger in Quierschied, der im Jahre 1771 12 Klafter
Brennholz und 159 Gulden zehn Albus Besoldung bezog. Die
neue Schmelze, welche nur aus einem Schmelzofen bestand,
hatte die Herrschaft in dem Quierschieder Walde anlegen lassen.
Dort wohnte nur der Hüttenfaktor und einige Arbeiter. Die
Schmelze lag an einem herrschaftlichen Weiher und an dem
Fischbach. Das ausgeschmolzene Eisen brachte man gewöhnlich
unter den Scheiobter Hammer zum Verschmieden.

Im Jahre 1758 wurde auf Befehl des Fürsten Wilhelm
Heinrich bei der Generalrenovatur der Grafschaft Saarbrücken
der Quierschieder Bann unter die Aufsicht des Kammerrats
und Baudirektors Stengel') und des Oberschultheißen Schmidt
durch den Feldmesser Johann Wilhelm Meurer mit der Saar—
brückischen Rute von 10 Wertschuhen — 280 Quadratmeter auf
einen Morgen gerechnet — gemessen und sorgfältig aufgezeichnet.
Das Bannbuch befindet sich noch im Besitze der Gemeinde Quier—⸗
schied.

10) Stengel hat das Schloß, das Rathaus und andere Häuser am
Schloßplatz, die Reformierte und die Ludwigskirche in Saarbrücken und die
katholische Kirche in St. Johann gebaut.
            
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