eine Witwe und 3 Hirten'). Das Dorf hatte also schwerlich mehr
als 60 Einwohner. Im Jahre 1575 wurde in der Grasschaft
Nassau-Saarbrücken die Reformation eingeführt. Quierschied
war eine Filiale von Wahlschied und wurde damals zur Pfarrei
Heusweiler gezogen. Als im Jahre 1015 eine Kirchenvisitation
in Heusweiler abgehalten wurde, mußten auch die Leute von
Quierschied dazu erscheinen. Der Kirchensenior Kunz von Quier—
schied klagte, daß, wenn er die Nachbaren erinnere und ver—
mahne, er darüber von jedermann geschmäht und veräachtet
werde. Er klagte besonders über den Schuster Johannes, der
oft die Predigt zu versäumen pflegte und doch ungestraft sein
wolle. Dieser wurde vorgefordert und „nach gebührlicher Wort—
straf“ ihm ein halber Gulden Buße auferlegt).
Im Jahre 1025 wurden als Einwohner von Quierschied ge—
nannt und mit einer Steuer belegt:
Kaspar Bauer zahlte 21 Batzen,
Jakob Heck zahlte 1024 Batzen,
Hans Kohlengräber zahlte 3 Batzen,
Johann Schaff zahlte 1596 Batzen,
Burger zahlte 1596 Batzen,
Kunz Engel zahlte 21 Batzen,
Trenz Müller und Holzer Meier
zusammen 2356 Batzen.
Im Dreißigjährigen Krieg hatte Quierschied viel zu leiden.
Im Jahre 1627 hauste ein Teil der berüchtigten Kratzischen
Regimenter hier. Nach einem damals aufgestellten Verzeichnis
sollen vom Quierschieder Hofe 8 Pferde, 10 Stück Kindvieh.
143 Schafe und Geißen, 77 Schweine, 22 Immen GBienen⸗
stöcke), 90 Quart Hafer, 135 Gulden Ranzionsgelder (Lösegeld),
822 Gulden für Beköstigung der Soldaten und 24 Fuder Heu
erpreßt und fortgeführt worden sein. Im Jahre 1634 wurde
Quierschied eine Schatzung von 8o Talern auferlegt zur Bezah⸗
lung der 8000 Reichstaler für die Kompagnien des Obersten
Bekkermann. In einem Bericht aus dem Jahre 100 heißt es:
„Quierschieder Hof: seind die Untertanen bis auf zwei oder drei
hinweggestorben.“
)] Andreâe, Genealogia Saraepontana pag. MJF.
Stiftsarchiv von St. Arnual, Kirchen-, Pfarr- und Schulsachen.