Grenze (gegen Illingen) wird der Henzenborn erwähnt, der in
den Fischbach fließt, ferner der Fischbach selbst und der Netzbach.
Als im Jahre 1542 eine Türkenschatzung, d. h. eine Reichs—
steuer zur Ausrüstung eines Heeres gegen die Türken, ausge—
schrieben worden war, erschienen am Montag nach St. Vitustag
(15. Juni) die Untertanen der Dörfer Quierschied, Holz und
Berschweiler, „so den Herren von Brücken zuständig“, vor dem
herrn Philipp Jakob von helmstatt als dem Altesten des Hauses
und vor seinem Vetter Heinrich von Sötern, um sich auf Eid
und Pflicht zu der Reichssteuer einzuschätzen. Die Steuer betrug
auf je 100 Gulden Vermögen einen halben Gulden, für Ver—
mögen unter 100 Gulden auf je 20 Gulden 6 Kreuzer, unter
2o Gulden 4 Kreuzer. Knechte und Mägde, die unter 15 Gulden
Lohn bekamen, zahlten von jedem Gulden einen Kreuzer. Der
Brundbesitz des Meiers Niklas von Quierschied und seines
Eidams (Schwiegersohns) Peter wurden auf 554 Gulden Steuer
veranlagt, also wurde sein Haus, Hof, Acker und Wiesen auf
1050 Gulden eingeschätzt. Er hielt zwei Knechte, einen Groß—
knecht, der 320 Gulden verdiente, und einen Kleinknecht, der
ebenso wie die Magd „Schone“ (Johanna) 2 Gulden erhielt.
Tlassen Peter wurde zu A Gulden veranlagt, war also auf
50 Gulden Vermögen eingeschätzt; er hielt weder Knecht noch
Magd. Burghans, offenbar der Burgverwalter, wurde auf
200 Gulden geschätzt und zahlte drei Viertel Gulden Steuer').
Aus diesem Verzeichnis sehen wir, daß Familiennamen sich
damals erst zu bilden anfingen. Der Meier und sein Eidam
werden nur mit ihren Vornamen Niklas und Peter genannt;
bei Knechten und Mägden versteht sich das von selbst. Ein
anderer Bewohner namens Peter wird zum Unterschied nach
seinem Vater Niklas Classen, d. h. Niklassen Sohn genannt. Der
Burgverwalter Hans heißt nach seinem Amt Burghans. Wenn
dies auch nur die Helmstättischen Untertanen waren, so sehen
wir doch, daß das Dorf nicht viele Bewohner hatte. Bei der
Erbkeilung von 1028 wurde eine Aufstellung über die Bevölke—
rung gemacht. Danach hatte der Quierschieder Hof keine Schule.
Außer dem Meier zählte man 5 gräfliche Untertanen-Familien,
6) Jungk, die Türkenschatzung von 1542 in Mitteilungen des historischen
Hereins für die Saargegend, Heft 9, 6. 215f.
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