Full text : Geschichte der Gemeinde und der Bürgermeisterei Quierschied

zweites Viertel für 200 Gulden an den Grafen Philipp J. von
Nassau-Saarbrücken. Die Fleckensteiner erscheinen später wieder
im Besitz eines Teiles von Quierschied, wurden aber schließlich
im Jahre 1518 von dem Grafen mit 800 Gulden abgefunden.
Mit der anderen Hälfte von Quierschied waren die Herren von
Brücken und andere Adelige und schließlich die Herren von
Helmstatt belehnt. Noch im Jahre 1699 wurde Bleikhard von
helmstatt mit der Hälfte von Schloß und Dorf Quierschied be—
lehnt'). Der streitsüchtige Graf Johann III. achtete, wie es scheint,
die Rechte der Mibbesitzer in Quierschied nicht. Die Herren von
Brücken, von Pallant, von Esch, von Heringen und von Sötern
wandten sich deshalb mit Beschwerden an ihn, doch ohne Erfolg.
Im 15. und 16. Jahrhundert hatte das einsam im Walde
liegende Schloß und das Dörfchen Quierschied mehrfach durch
Fehden und Uberfälle zu leiden. Im Jahre 1460 überfiel der
Herzog Ludwig von Pfalz-weibrücken Quierschied; ihm hatte
sich „ßensgin von Wahlschied“ mit seinen Genossen zugesellt,
und im Jahre 1504 setzte sich der Hirte Hans von Sulzbach in
Quierschied fest. Die Eindringlinge wurden zwar von Saar—
brücken aus bald vertrieben, aber die Bauern hatten den Schaden
gehabt. Dieser Raubzug stand wohl in Verbindung mit der
Fehde, die der Pfalzgraf von 3weibrücken mit dem Mitlbesitzer
des Schlosses, einem Herrn von Fleckenstein, hatte. Der Pfalzgraf
 besetzte das Schloß und machte eine Nahme, d. h. er ließ
den Bauern das Vieh wegtreiben und wollte den Flecken—
stein'ehen Anteil behalten. Aber den Besitz von Quierschied
mußte ein Schiedsgericht berufen werden, das zu Gunsten der
Brafen von Saarbrücken als Lehnsherrn entschied. Solche Ge—
walttat geschah, obgleich Kaiser Maximilian im Jahre 1495 auf
dem Reichstage zu Worms den „ewigen Landfrieden“ verkündigt
und das Fehdewesen verboten hatte. indem er alle Streitig—
keiten vor das Reichskammergericht verwies.
Der Ertrag an Korn, den der Graf durch seinen Hofmann
damals aus Quierschied zog, wird auf 32,5 Malter angegeben,
dazu 24 Malter Hafer und 6 Fuder Heu. An Viehbestand wer—
den erwähnt 5 Pferde, 2 Fohlen. 4 Stück Rindvieh, 2 Schweine

53) Lehnbuch der Grasschaft Saarbrücken.
            
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