Full text : Geschichte der Gemeinde und der Bürgermeisterei Quierschied

Wald bedeckte Gebiet von Lauterbach und Karlsbrunn bis
Quierschied. Sonach bildete Quierschied mit dem Köllertaler
Wald einen Teil des großen Königsgutes, zu dem auch Saarbrücken,
 Völklingen und der Warndt gehörten. Mit diesem
Königsgut belehnten die Bischöfe von Metz, da sie es nicht selbst
schützen und bewirtschaften konnten, die Grafen des Saargaues,
die auf der Burg Saarbrücken ihren Wohnsitz nahmen und
davon den Namen Grafen von Saarbrücken erhielten. Sie be—
lehnten wieder ihre Mannen mit Teilen dieses Lehngutes; so
hatten um das Jahr 1220 der Saarbrücker Burgmann Reiner
der Freie u. a. die Höfe Bernosvilre (Berschweiler) und Curo—-schit
 (d. i. Quierschied) in Lehnbesitz. Es befand sich also hier ein
Hof, in dem Landwirtschaft getrieben wurde; die Umgegend
war ganz mit Wald bedeckt. Wir dürfen daher vermuten, daß
auf diesem Hofe hauptsächlich Schweinezucht getrieben wurde.
Das Borstenvieh fand in den Eichen- und Buchenwäldern der
Umgegend reichliche Nahrung (Eckermast). Das Weide- und
Holzrecht in diesen Wäldern wurde von dem Grundherrn,
dem Grafen von Saarbrücken, verliehen. So beschenkte Graf
Simon III. von Saarbrücken im Jahre 1227 den Deutsch-Kitter—
orden, der in der Nähe von Saarbrücken ein Ordenshaus
gründete, mit der Weide im Quierschieder Walde und dem
Recht, dort Brenn- und Bauholz zu holen. Den Hof zu Quier—
schied finden wir später im Lehnbesitz der Herren von Dagstuhl
(bei Wadern). Nach deren Aussterben wurde ihr Verwandͤter,
der Burgmann Heinrich von Fleckenstein im Jahre 1377 mit
den Höfen Berschweiler und Quierschied belehnt'). In dem
Metzer Lehnbrief vom Jahre 1075 finden wir „Quirschiet das
Schloß mit siner Zubehorung“ aufgeführt'). Der Adel war in
jener Zeit oft in Geldverlegenheit und nahm dann zur Ver—
pfändung von Gütern seine Juflucht. So verpfändete Heinrich
von Fleckenstein) im Jahre 1394 ein Viertel des Schlosses Quierschied
 für 300 Gulden; sein Sohn Friedrich im Jahre 1424 ein

2) Jungk, Regesten (Mitteilungen des historischen Vereins, Heft 13 und
14, NM. 35, 283, 477, 18603, 1921.
3) Kumer, Coder diplom. S. 544. Dieses Schloß war schon im 17. Jahrhundert
 verfallen und ist heute ganz verschwunden.
99 Die Burg Fleckenstein liegt in der Pfalz bei Schönau; die Ruine
dietet noch heute einen eindrucksvollen Anblick.

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