Full text: Die Entstehung der Grafschaft Saarbrücken und ihre Geschichte bis auf Graf Johann I. (2)

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ſeinem Getreuen Sig ebert den Hof (villa) Wadeg o- 
zin gen (Wadgassen), der im Saargau, und zwar in der 
Grafschaft des genannten Sigebert lag, mit allem Zu- 
behör und Einkünften zu freiem Besſit. Wadgaſſen war 
vermutlich die letzte königliche Domäne in unſerer Gegend, 
und mit dieſer belohnte König Heinrich die Dienste seines 
Getreuen. Die Urkunde, welche aus Mainz datiert iſt, 
verſett uns in die Zeit der Krisis des deutschen König- 
tums. Von dem Papſte gebannt, von den Fürsten ver- 
laſſen, hatte König Heinrich im Jahre 1077 vor Papſt 
Gregor VII. in Kanoſſa demütig Buße getan und ſo die 
Losſprechung vom Banne erwirkt. Aber die deutſchen 
Fürſten erhoben zu Forchheim a. d. Regnitz Heinrichs 
Schwager Rudolf von Schwaben zum Gegenkönig, und 
nun entbrannte ein erbitterter Bürgerkrieg. Das Waffen- 
glück war dem rechtmäßigen Könige nicht hold : bei Flarch- 
heim wurde er am 27. Januar 1080 von Otto von Nord- 
heim und den Sachſen geſchlagen, und nun ſchleuderte 
Papſt Gregor VII., der ſich bis dahin neutral gehalten, 
abermals den Bannſtrahl auf den unglücklichen König, 
entſetzte ihn seines Reiches und dehnte den Fluch auf alle 
ſeine Anhänger aus. Doch der Strahl zündete nicht wie 
das erſtemal; die üÜberſpannung der päpstlichen Gewalt 
weckte in Deutſchland und in Oberitalien große Ent- 
rüſtung. Man ſah, wohin die Anſprüche des Papſtes 
gingen, und ſelbſt die Mehrheit des deutſchen Epiſkopats 
verurteilte ſein widerrechtliches Vorgehen. Der König 
blieb die Antwort nicht ſchuldig: zu Pfingsten des Jahres 
1080 erklärte eine Synode in Mainz, an der 19 deutſche 
Biſchöfe teilnahmen, den Papst für abgesetzt. Eben hier 
in Mainz, wahrscheinlich in denselben Pfingſsttagen, ist 
die Urkunde aufgesetzt worden, durch welche der König 
die Treue Sigeberts, des Grafen vom Saargau, belohnte, 
der ihm in ſchwerer Zeit zur Seite geſtanden und ſich 
vielleicht bei Flarchheim ausgezeichnet hatte. Welchem 
Geſchlechte dieser Graf Sigebert angehörte, ist streitig. 
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