Full text: Die Entstehung der Grafschaft Saarbrücken und ihre Geschichte bis auf Graf Johann I. (2)

kommen von Piumaccio, durch das König Johann gegen 
das Verſprechen, Ludwig den Bayern nicht zu unter- 
ſtützen und Lucca zurückzugeben, die streitigen drei Städte 
als päpſtliches Lehen erhielt. Wie weit Graf Johann an 
diesem Abkommen beteiligt war, wiſſen wir nicht, doch 
stellt ſich aus dem Erzählten jedenfalls soviel heraus, 
daß er ein gewandter Staatsmann und in den Geſchäften 
des Friedens nicht minder erfahren war, als in denen 
des Krieges. Im Juni 1331 verließ König Johann Italien, 
und damals kehrte wohl auch Graf Johann in die Heimat 
zurück, wo wir ihn am 5. November 1331 urkundlich be- 
zeugt finden. 
Mit den französſiſchen Königen ſtand der Graf im 
besten Einvernehmen. König Karl IV. wies ihm und seinen 
Erben im Jahre 1326 58 Pfund Turnoſen auf die Ein- 
künfte von Vaſſy an. Man darf daraus vermuten, daß 
der Graf an dem Feldzug des Königs in Guienne gegen 
die Engländer teilgenommen habe. Im Jahre 1335 öffnete 
Johann mit Bewilligung des Lehnsherrn Biſchofs Ademar 
von Metz dem Könige von Franktreich, Philipp VI. von 
Valois, sein Schloß zu Commercy gegen eine Entſchädi- 
gung von 1000 Pfund Turnoſen und nahm eine Be- 
ſatzung des Königs dort auf, wofür den König die Stadt 
Commercy und ihre Bewohner nebſt ihren Rechten in 
ſeinen besonderen Schutz nahm. Im nächsten Jahre trat 
er dem Bündnisse bei, das der König von Navarra, König 
Johann von Böhmen, Pfalzgraf Heinrich, der Herzog von 
Bayern, der Biſchof von Metz, die Herzöge von Öſterreich, 
Graf Walram von Zweibrücken u. a. mit dem Könige 
Philipp gegen König Eduard III. von England ſchloſssen. 
Dieser hatte nach dem Aussterben des Hauſes Capet als 
Tochterſohn Philipps des Schönen Anſpruch auf den fran- 
zöſiſchen Thron erhoben, war aber zugunſten Philipps 
von Valois, des nächſten männlichen Verwandten, auf 
Grund des sogenannten ſaliſchen Geſetzes ausgeschlossen 
worden. In dem großen Kriege, der infolgedeſsen zwiſchen 
LAXXX VI
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.