Full text: Die Entstehung der Grafschaft Saarbrücken und ihre Geschichte bis auf Graf Johann I. (2)

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18. März 1328, ſchloſſen Johann und Balduin einen 
Vertrag, aus dem das freundſchaftliche Verhältnis. beider 
Fürsten deutlich hervorgeht. Graf Johann überließ: dem 
Erzbiſchof den Berg Spi emont zwiſchen St. Wendel 
und Lengeswilr (Nieder-Linxweiler), empfing ihn 
jedoch sofort als Lehen zurück; zugleich bestätigte Balduin 
die andern Lehen, die Graf Johanu von der Trierer 
Kirche hatte, nämlich die Vogteien Ham. m (a. d. Moſel), 
Mettlach und Idar, sowie die Höfe O y rſſ els (Orsſcholz 
bei Mettlach) und Oſ ann a. d. Moſel mit allem Zubehör, 
dazu 1000 Pfund kleiner Turnoſen. Graf Johann erhielt 
die Erlaubnis, den Spiemont zu befestigen und die Zu- 
ſicherung, daß er keine Feindseligkeit von der Burg 
St. Wendel aus erfahren ſolle, die Balduin tags zuvor 
dem Grafen für 2000 Pfund abgekauft hatte. Jede zu- 
künftige Streitigkeit zwiſchen den Bewohnern; beider 
Burgen solle alsbald durch ein Schiedsgericht nach Billig- 
keit entschieden werden. Außerdem verſprach Balduin. dem 
Grafen aus besonderer Gunst für seine „wackeren Ver- 
dienſte‘, ihn zeitlebens in seiner Burg St. Wendel jeder- 
zeit aufzunehmen, damit er von dort aus ſein Recht 
verfolgen könne. Ein weiteres Zeichen des Wohlwollens 
gab Balduin dem Grafen im Jahre 1333 durch die Ver- 
leihung eines dreißigtägigen Ablasses für die St. Niko- 
lauskapelle im Warndt. Graf Johann ſeinerſeits war 
mehrfach im Interesſſe des Erzbiſchofs tätig. Als derſelbe 
im Sommer des Jahres 1328 auf der Moſel von Trier 
nach Koblenz fahren wollte, wurde er bei Trarbach von 
der Gräfin Laurette von Sponheim gefangen genommen, 
auf die Starkenburg gebracht und mehrere Wochen fest- 
gehalten. Bei dem Sühnevertrag, durch den Balduin am 
9. Juli sich die Freiheit erkaufte, erſcheint neben vielen 
andern edlen Herren auch Johann von Saarbrücken als 
Zeuge. 1334 war Graf Johann bei dem Manngericht an- 
weſend, das Balduin zur Schlichtung ſeines Streites mit 
dem Herzog von Lothringen abhalten ließ, und war auch. 
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