Full text: Die Entstehung der Grafschaft Saarbrücken und ihre Geschichte bis auf Graf Johann I. (2)

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der Grafſchaft Saarbrücken, Jakob trat in den geiſtlichen 
Stand, Friedrich erhielt einen Anteil von Commercy, 
Lorette wurde die dritte Gemahlin des Grafen Johann 
von Burgund. 
î Simon von Commerch starb nach kurzer Ehe vor dem 
Jahre 1248; denn in dieſem Jahre finden wir die Gräfin 
Mathilde mit Amadeus von Montbéliard, Herrn 
von Montfaucon, vermählt. 
Gräfin Mathilde bezeichnete ſich, bevor ſie ihrer 
Schwester Lorette in der Regierung folgte, als domina 
Montis Falconis et Vallis Colonie. Daraus geht hervor, 
daß sie, vermutlich vor ihrer Verheiratung, über ihren 
gemeinſchaftlichen Beſiß mit ihrer Schwester Johanna 
sich auseinandersetzte und bei der Teilung das Köller- 
tal, die Kornkammer der Grafsſchaſt, erhielt, während 
Johanna die auswärtigen Beſitzungen zufielen, die seit- 
dem nicht mehr zur Grafschaft zurückgekommen sind. 
Johanna vermählte sich nämlich mit einem Herrn von 
Clermont (en Argonne). Von ihr liegen drei Urkunden 
aus dem Jahre 1285 vor, durch die ſie mit Zuſtimmung 
ihrer Söhne Jakob, Dekans zu Toul, des Ritters Friedrich 
und des Edelknechts Odo ihre Allode (Eigengüter) in 
(Saar-) Gem unde, Blitersdorf, Rorbach, Rys- 
wilre (Reisweiler), Forbach im Zellekove (Zellengau) 
und Vremersh eim der Abtei Wadgaſſen teils verkaufte, 
teils ſchenkte. 
An den Regierungsantritt der Gräfin Mathilde knüpfte 
ſich ein wichtiger Rechtsstreit. Die Gräfin folgte ihrer 
Schwester Lorette in der Regierung der Grafschaft Saar- 
brücken und der Herrſchaft Warsberg gemäß dem Vertrag 
von 1227. Aber der Biſchof Laurentius von Metz erhob 
Einspruch, indem er behauptete, daß die Frauen nach 
deutschem Lehnrecht ohne vorausgegangene Investitur und 
Huldigung nicht im Lehen nachfolgen könnten. Als. die 
Gräfin dies bestritt, bot der Biſchof die Entscheidung 
durch sein Mannengericht an; doch Mathilde weigerte 
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