Full text: Die Entstehung der Grafschaft Saarbrücken und ihre Geschichte bis auf Graf Johann I. (2)

-4240. -=. 
brücken und die Zweibrücker Lande), außerdem einen Teil 
der lothringiſchen Lehen übernahm, während Sigebert 
die elſäsſiſchen Allodien und Lehen erhielt. Dieſer nahm 
unter dem elſäſſiſchen Adel eine hervorragende Stellung 
ein; er und seine Nachkommen legten sich die Bezeichnung 
comites de Alsatia zu; später nannten Sie ſich auch nach 
ihrer Burg Werd an der Ill oder nach der Frankenburg 
am Eingange des Lebertals. Sigebert II. von Werd er- 
hielt 1196 die Landgrafschaft im Elſaß. Von dieſen Grafen 
von Werd stammen die Herren von Ochſsenstein und die 
Grafen von Rixingen und Forbach ab. Ihre Verwandt- 
ſchaft mit den Saarbrücker Grafen wird bewieſen durch 
eine Reihe von Schenkungen, die sie dem Saarbrücker 
Familienkloſter Wadgassen zugewendet haben, besonders 
durch die Schenkung von 1225, die von den verwandten 
Grafen Simon von Saarbrücken und Heinrich von Zwei- 
brücken untersiegelt iſt. 
Graf Friedrich starb kurz vor oder in dem Jahre 1135. 
Seine Witwe Gisela und ihr Sohn Simonlur) ſchenkten 
nach dem letzten Willen des Verstorbenen zum Heil seiner 
und ihrer Seelen ihr Erbgut und die Kirche zu Wad- 
gaſſen mit allen Rechten, die Ministerialen aus- 
genommen, dem heiligen Petrus, d. h. der Trierer Kirche, 
mit der Bestimmung, daß dort eine Kirche zu Ehren der 
Jungfrau Maria gegründet, und daß Brüder nach der 
Regel des heiligen Auguſtinus dortſelbſt leben ſollten. 
Die Geistlichkeit des Mittelalters verstand es vortrefflich, 
das oft beſchwerte Gewissen der Grafen und Herren des 
Landes durch Hinweis auf das ewige Seelenheil zu er- 
ſchüttern und zu frommen Stiftungen anzuregen, die in 
jenen wilden Zeiten recht ſegensreich wirkten. Zahlreiche 
Pfarreien wurden von den Klöstern aus bedient, Arme 
  
1) Der Name Simon, der in der Saargegend als Familienname 
vielverbreitet iſt, iſt nicht etwa biblischen Ursprungs, sondern der franzö- 
sierte deutſche Name Sigmund, wie die zuweilen vorkommende Form 
Simundus beweiſt. 
LIV
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.