Full text: Die vorrömische, römische und fränkische Zeit (1)

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von Lothringen krönte. Aber als der franzöſiſche König 
in Aachen, der Hauptſtadt Lothringens, Hof hielt, trafen 
ihn Gesandte des deutschen Königs Ludwig, die ihn auf- 
sorderten, das widerrechtlich beſeßte Land zu räumen 
öder den Krieg zu gewärtigen. Hierdurch eingeſchüchtert, 
knüpfte Karl Unterhandlungen über eine Teilung Loth- 
ringens an und zog ſich in ſein Reich zurück. Diese Teilung 
kam im Auguſt des Jahres 870 bei Merſen an öder 
Maas zuſtande; ſie entſprach ungefähr der Sprachgrenze. 
Die Bistümer Trier und Metz kamen an das oſtfränkiſche 
oder deutſche, Toul und Verdun an das weſtfränkiſche 
oder franzöſiſche Reich. So ward unſer Land dem Deztſchs 
tum bewahrt. 
Kaum jedoch hatte Ludwig der Deutſche die Augen 
geſchloſſen, als Karl der Kahle, der ſich bereits im Jahre 
zuvor die Kaiſerwürde erſchlichen hatte, das linke Rhein- 
ufer begehrend, in Lothringen mit Heeresmacht einbrach 
und Aachen und Köln besetzte. Aber er fand an Ludwig 
dem Jüngeren, Ludwigs des Deutſchen Sohn, einen mann- 
haften Gegner. Nachdem der Oheim die Berufung des 
Neffen auf sein gutes Recht zurückgewiesſen, ging Ludwig 
bei Andernach über den Strom. Karl ſuchte ihn durch 
Unterhandlungen ſicher zu machen und plante treuloſen 
Überfall; aber Ludwig, vor der Argliſt des Oheims ge- 
warnt, empfing ihn mit den Seinen kampfgerüſtet und 
erfocht am 8. Oktober 876 einen glänzenden Sieg über 
die durch einen nächtlichen Marſch ermüdeten und über- 
raſchten Gegner: die erſte Schlacht, in der deutſche Männer 
den vaterländiſchen Strom gegen franzöſiſche Gelüſte 
schütten. Nach dem Tode Karls des Kahlen (877) und 
ſeines Sohnes, Ludwig des Stammlers, (879) gewann 
Ludwig der Jüngere sogar ganz Lothringen für Deutſch- 
land. König Arnulf ernannte seinen natürlichen Sohn 
Zwentibold zum König von Lothringen, doch dieſer verlor 
im Jahre 900 in einer Schlacht gegen aufständiſche Große 
das Leben. 
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