Full text: Die vorrömische, römische und fränkische Zeit (1)

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niedergelaſſen hatten, oder Gallier, die im römischen Heere 
gedient hatten. : zt 
Vie die dort gefundenen keltiſchen Münzen beweisen, 
lag auf dieſer Höhe ſchon eine galliſche Niederlassung 
(Oppidum), die nach den dort gemachten Funden in der 
römiſchen Zeit zu Wohlhabenheit und Bedeutung gelangt 
ſein muß. Nach der Legende hat die Kaiserin Helena, die 
Mutter Kaiſer Konstantins, nach ihrer Verſtoßung durch 
Konstantius Chlorus auf dem Herapel gewohnt und dort 
eine christliche Kirche gebaut; eine Felsengrotte neben 
einer Quelle führt heute noch den Namen Helenakapelle. 
Von früheren Funden auf dem Herapel sind zu er- 
wähnen: Statuen mit Inſchriften, die aber verloren ſind, 
eine Merkurstatuette, ein, ebenfalls verlorenes Medaillon 
des Kaiſers Septimius Severus, ein kleines Bild des 
Harpokrates u. a. 
Vom Herapel ſtammt der größte Teil der wertvollen 
Böckingſchen Sammlung. Darunter befinden sich über 
200 Schüsseln, Schalen und Krüge aus Ton, zum Teil von 
hohem Kunſtwerte, ferner Becher und Flaſchen von Glas, 
Lampen, Urnen, Nippfiguren von Ton und Bronze. 
Nachdem der: Herapel den Bewohnern der Umgegend 
ſchon manches wertvolle Stück geliefert hatte, ließ Herr 
Huber in Saargemünd in den achtziger Jahren regel- 
rechte Ausgrabungen veranstalten, die zur Feststellung 
der örtlichen Verhältnisse führten. Die nach drei Seiten 
ſteil abfallende Hochfläche war mit Wällen, Mauern und 
Türmen befestigt. Im Innern befand ſich ein achteckiger 
Tempel und ein großes herrſchaftliches Haus mit Stall, 
darin noch Ketten, Hufeiſen, ein Hemmſchuh und Glöckchen 
lagen, einem Heizraum, in welchem Holzaſche und Haar- 
nadeln von Frauen gefunden wurden, und einer ganzen 
Apotheker- und Medizinaleinrichtung: Lanzetten, Spateln, 
Mörser, Wagen, Tiegel, eine kleine zweiſeitige Sonnen- 
uhr, eine größere und eine kleinere Bronzestatue des 
Merkur, eine ebensolche der Minerva, Spielzeug und Nipp- 
RV
	        

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