Full text: 1932 (0010)

Verhältniſſes zwiſchen Regierung und Regierten kommt es zu unerfreulichen 
Differenzen. Aber unbeſchadet der Trübung gilt für den vielleicht etwas ſteif- 
leinenen, auf ſeine Stellung ſtolzen und durch Saarbrücken gekränkten Alt- 
preußen doh das Wort: Recht muß Recht bleiben. 
Er wird im Jahre 1834 von dem Miniſter des Innern, v. Rochow, zu 
einem Bericht über die Stimmung an der Weſtgrenze aufgefordert und ant- 
wortet am 2. November nach einem Aktenſtück des Preuß. Geheimen Staats- 
archivs (Reg. 77, Band 500 11) mit folgendem Beſcheid: 
„I< habe mich von der Stimmung auf einer in dem vorigen Monate 
unternommenen Reije in die ſüdlichen Kreiſe des Regierungsbezirks, ſo 
flüchtig ich dieſelben durcheilen mußte, auf eine erfreuliche Weiſe überzeugt; 
unter allen Kreiſen und Hauptorten des Regierungsbezirks, welche im nun 
jämtlih beſucht habe, habe ich aber Saarbrücken als denjenigen kennen ge- 
lernt, welcher in ſeiner guten Geſinnung obenan ſtehen dürfte. Das Geburts- 
feſt S. Kal. Hoheit des Kronprinzen *) iſt dort, wie die Zeitungen es bereits 
verkündet, mit dem höchſten Enthuſiasmus gefeiert und die Allerhöhſt be- 
willigte Errichtung eines Zuchtpolizeigerichts mit dem lebendigſten Danke 
aufgenommen worden. Auch der Zuſtand des dortigen Gymnaſiums und die 
in demſelben vorherrſchende Richtung verdienen, ſoweit ich mir davon Ueber- 
zeugung zu verſchaffen vermochte, volle Anerkennung. Die Diſziplin ſcheint 
dort ebenſo geregelt und die Geſinnung unter Lehrern und Schülern ebenſo 
aut zu ſein.“ 
Die „Saar“ war francophil geſinnt? 
O nein, nur hödſtens hinterwärts; 
Im Blut, das durch die Adern rinnt 
Da ſc<lug von je ein deutſches Herz. 
Beſitz der Gruben! Jn der Tat, 
Das wär' für euch un grand plaisir; 
Jedoch ein Stamm, der Ehre hat, 
Der kämpft für ſie im Saarrevier. 
Wie ſeine Ahnen feſt gewahrt 
Die Würde und der Freiheit Glück, 
So weicht des Enkels harte Art 
Vom öideutſchen Rechte nie zurück. 
Glückauf! Wir ſprengen einſt die 
Es ſinkt vor reinen Schildes Schein 
Viel bitt'rer Jahre Ungemach, 
Und unſer Gott wird mit uns ſein. 
*) Der Geburtstag des Kronpri: des ſpäteren |Köni riedrich Wilhelm IV., 
fiel en den 15. ZER Freprin300; des ieren. umg. Froh Rhe 
Goldene Worte für alle Deutſchen. 
„Ehrlos der, der um einen Judasgroſchen einen Fußbreit deutſcher Erde verrät.“ 
Rudolf Herzog in ſeinem Roman „Kameraden“. 
„Was uns not tut vor allem, und was zuerſt durch die Verfaſſung geſetzlich begründet 
werden muß, iſt innere Feſtigkeit und geſchloſſene Haltung dem Ausland gegenüber. 
Haben alle anderen Völker mur eine einzige Seite gegen uns zu decken, dann ſind wir, 
wie die Perſier in Aſien, nach allen Seiten bloßgegeben. . . . Slawiſche und lateiniſche 
Völker umgeben uns von allen Seiten; beide gleich ſehr uns fremd und abgeneigt, in 
beiden der gleiche unruhige Trieb, ſich auf unſere Koſten zu vergrößern.“ 
Joſeph Görres, 
gr
	        
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