Full text: 1931 (0009)

lullen. Der Pump wuchs wie Fauſtens Pudel und wurde rieſengroß. Der prunkliebende 
Autokrat himiterließ ſchließlich ſeinen Nachfolgern außer mehreren unvollendeten Bauten 
eine wahrhaft fürſtliche Schuldenlaſt. 
Soll und Haben, die unerbittlihen Wertmeſſer, entſchieden auch das Schickſal der 
„neuen Kirche“. Die verſandete Goldquelle ließ das ſchöne Werk nah einer verheißungs- 
vollen Grundſteinlegung liegen, da damals wie heute kein Bau ohne Geld, allein mit 
Begeiſterung und gutem Willen durchführbar iſt. Nac<h Ueberwindung der drückendſten 
Laſten ließ jedo< Fürſt Ludwig 1771 die Vollendung der Kirche energiſch in Angriff 
nehmen. Jm Jahre 1775 konnte bereits die Weihe unter Teilnahme der geſamten Bürger- 
ſchaft erſolgen, von der damals Saarbrücken 3000 und St. Johann 1500 Einwohner 
zählte, die einen Teil der Geſamtkoſten, 120 000 |f]., auf ſich nahmen. ' 
Seltſames Schickſal! Den Namen eines Fürſten, von deſſen ungezähmtem Ueber- 
mut und tvcller Lebensluſt noh manches Stücklein erzählt wird, trägt eine Kirche, von 
der ein großer Kenner der Baukunſt ſchreibt: „Sie iſt eine der beſten Schöpfungen pro- 
teſtantiſ<en Kir<henbaues“ 
Sue FIU 
Sum 
Evangeliſch Dutheriſchen Semi 
Daarbrücdey 
auf hohen Vefchl 
Hrundſieiy 
Die ſchöne Ausführung der „Guten Wünſ<c<he 
derganzen Evangeliſ<hLutheriſchen 
Gemeine“ überraſcht, ſie zeigt, daß damals 
ſ<on die Buchdruckerkunſt an der Saar von der 
einzigen Offizin mit Fleiß und Geſchmack be- 
trieben wurde. 
Das Kernwort der Dichtung unterſchreiben 
auch wir in dem Wirrwarr unſerer Tage, die 
nad) neuen Lebenswerten vergeblich ſuchen. Es 
bleibt ewig wahr: 
„Der hat den Grundſtein rechtgelegt, 
Wer Jeſum in dem Herzen trägt.“ 
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Daß ſie gern an dein Wort gedeken 
Und ſich zu deinen Tempely.weyhn, 
Der hat den Grundſtein recht gelee 
Wer JEfRnrin dem Herzen frägt 
u Fels des. Heils "der" das Ger 
| 182 AB iE 
woft ganzen Kirche (GOtres trägt! 
(erhalt. uns- alle“, dir zur gFröude, 
Steis auf dem Grund , den du gelegt 
Auf Wahrheit, die verſichert iſr., 
Dipweil dy ſelbſt ihr Eſtein biſt 
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18.0074 
Bergilt dm Sürſten Seine Treit 
- Laß deinen. Segen auf Zchm ruhn» 
ind fahre immer fort, aufs neue 
Ihm und. den Seinen wohl zu thyn 
Laß Stadt und Land in Friede ſtehn», 
Und ſtets dein Wort im Schwange acht 
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