Full text: 9.1931 (0009)

Zwei Altſaarbrücker Orignale. Der Krückenwolf, weiland ſeines Zeichens ein Dreh- 
orgelſpieler und ſein Freund Dotſ<h gehen ſpazieren. Dotſch ſtottert, Krückenwolf hai 
ein kurzes Bein. „Unn, un“, ſtottert die Dotſc< -- iiich k-k-kann dr ſahn, wie d-d-d25 
machſcht -- un -- un -- daß de n-ni-nimmeh hibbelſ<t! „So?“ fragt dieſer, „wie dann?“ 
„Ei, g-g-gehſ<t met dem Kkur-3-3e Bään uf'm Trottwar, m-m-mit demm annre in d-d-dr 
Renn!“ Sie gehen weiter. Auf einmal ſagt Krückenwolf zur Dotſ<: „Un ich wääaß, 
wie des machſt, daß de nimmeh ſchtotterſht!“ „W-w-wie dann?“ „Ei, wenn de's Maul 
al “ 
Verwandlung. Ein Abonnent der „Saarbrücker Zeitung“, ſeines Zeichens Inſtalla- 
tionsmeiſter, tritt eine kleine Ferienreiſe an, niht ohne vorher ſeinem Leibblatt eine 
dementſprechende Mitteilung zu machen: „Senden Sie mir bitte die Zeitung nach 
5. H. na<! Hodadtungsvoll N. N., Inſt.-Mſtr., worauf er die Zeitung prompt unter 
folgender Anſchrift nachgeſhickt bekam: Herrn N. N., Juſtiz-Miniſter. 
Meierſch Lui. Der Lui und ſein Freund Willem ſind zwei Saarbrücker Typen: 
Arbeit adelt, wir bleiben bürgerlich, war ihr Grundſatz. Schnaps iſt ihnen Nutrimentum 
pi Nahrung und Geiſt zugleich und Waſſer nur da, um ſich gelegentlich einmal 
zu waſchen. 
Sie gingen beide durch die Betenſtraße am Rathaus vorbei. „Du“, ſagt Lui zum 
Willem, „warum hannſe dann das Holzplaſhder dohin gemacht?“ „Dirmel“, ant- 
wortet Willem, „daß es nit eſo rabbelt, wenn ſe's Geld zum Finſchder enaus, werfe!“ =- 
Lui kommt in ſeine Stammkneipe, „Zum ſtumpfen Beſen“, läßt ſic ein Glas Bier geben, 
betrachtet den Shamaß und jagt zum Wirt: „Eier Bier hat awwer arige Blooſe!“ Ant- 
wort: Lauf Du emol vierzeh g, haſchde aa Blooſe!“ 
Lernt Fremdſprachen. Ein alter, biederer Saarländer hat ſi Paris angeſehen und 
erzählt an ſeinem Stammtiſch: „Ih kenn" Kaltnackigt und annere ſchöne Städt", awwer 
das muß ich Eich ſa'n, über Paris geht nix, nure mit der Sprach ging's mir nit gut. 
Wie gäre hätt" ich zum Frühſtick e Boullion getrunke, doh im wußt' nit, wie man das 
uff franzöſiſch; nennt un die verſtahn nu widder nit deitſ<. I< bin richtig um mei 
Bouillon kumme, ſunſc<ht war's ſcheen, ſehr ſcheen!“ 
Gemütvoll. Mein Badeofen funktionierte niht mehr re<ht. Es erſcheint ein junger. 
höflicher Mann, iden Ungehorſamen zu neuer Pflichterfüllung zu führen; „O, weh“, ſagt 
er, „eine gründliche Reparatur wird hier ein teurer Spaß! Sagen Sie mal, wie alt 
ſind Sie eigentlich?“ „I<h 72 und meine Frau 67 Jahre.“ „Ooch“, entgegnet begütigend 
und zartfühlend der Inſtallateur, „do woll'n wirs laſſe, do lohnt ſich das nit meh'!“ 
Aus der ärztlichen Praxis. Ein Saarbrücker Arzt ſchreibt: Die Tätigkeit eines 
Arztes, ſo ernſt ſie iſt, entbehrt dennoch nicht des Humors. Hier zwei kleine Beiſpiele. 
Eine Frau erſcheint, gequält von vem Gedanken, ihr Mann ſei nierenleidend. „Bringen 
Sie mir ein Fläſchchen Urin, die Unterſuchung wird Klarheit bringen.“ Das Fläſchchen 
erſcheint, iſt ſonderbarerweiſe in der Mitte fein ſäuberlich mit einem veil<henfarbenen 
Seidenband umwunden, das in zierlicher Scleife feſtgehalten wird. Das Reſultat der 
Unterſuchung iſt erfreulich, die Frau glücklich. „Eine Frage noh,“ ſage ich, „warum haben 
Sie das Fläſc<c<hen da in der Mitte ſo zierlich mit dem Seidenband geſhmükt?“ „Ei, 
Herr Doktor, unner dem Bändchen, das is von meinem Pitt und oberhalb, ei das is 
von mir!“ Ein ander Mal bringt zu demſelben Zweck eine brave Mutter eine unver- 
hältnismäßig große Flaſche. Jh unterſuche und kann der Frau die Mitteilung machen, 
daß alles in Ordnung ſei. „Herr Doktor“, ſagt ſie freudeſtrahlend, „darf ich mal hier 
gleich telephonieren?“ „Gewiß, bitte!“ „Hallo, hier Mutti! Lieſe, Sophie, Richard, Karl, 
Batti, ihr ſeid alle ganz geſund, euch fehlt nix. Ma han uns umſonſt geängſtiat!“ 
Glückliches Eheleben. „Nun, wie geht's in der jungen Ehe, zankt ihr euc< auch 
manchmal?“ „Nun ja, aber wir ſind gleich wieder gut. Iſt meine Frau wütend, dann 
wirft ſie mii dex Kohlenſchaufel nach meinem Kopf. Trifft ſie mich, dann lacht ſie, trifft 
ſie mich nicht. dann lache ich.“ 
Aus der Religionsſtunde. Der Lehrer ſpricht über Abraham und Lot, die als Nomaden 
mit ihren Herden herumzogen und nie lange an einem beſtimmten Orte weilten. Frage 
an die Kinder: „Was ſind alſo Nomaden?“ Antwort: „Nomaden ſind Leute, die ſich 
immer nur Kurze Zeit an einem gewiſſen Orte aufhalten.“ 
Das Waſſer „bringt es an den Tag ! Auf dem Dampfer zur Fahrt nach der Güdinger 
Schleuſe ſißt ein Ehepaar mit zwei Kindern. Der Wind geht auf und Saarwellen ſchau- 
keln das S<jiff. Sie ängſtlich: „Wenn nun das S<iff unterginge, wen täteſt Du da zuerſt 
retten, die zwei Kinder oder mich ?“ Er: „Mi<!“ 
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