Full text: 7.1929 (0007)

Saarkalender für das Jahr 1929 
  
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Die Bevölkerung T Ts: am 6. “TAnguit 1870 preußiſche Truppen auf dem Marſch in die Schlacht bei Spichern. 
Saarlands Jazit. 
Der Nachbar mit der weißen Weſte 
Auf jedem Genfer Völkerfeſte; 
Ich denke seiner und mir graut, 
Mich friert, ich fühle Gänſehaut. 
Wir bangten uns, jedoch wie immer, 
Es wurde hinterher noch ſchlimmer. 
Er ſorgte für ſein eignes Heil, 
Wir buchten nur das Gegenteil. 
Die „Saar“, in Arbeitskraft geſtählt, 
Die ſchön mit Frohfinn ſich vermählt, 
Wir ſehen in den Abgrund poltern 
Dies ſchöne Land nach harten Foltern. 
Der Hunger wandert durch das Tal, 
Iſt das vielleicht ein Ideal? 
Ich will nicht wimmern oder zetern, 
Noch weniger moraltrompetern; 
Indes, ich mein, die Zeit iſt reif 
Für Saarlands hellen Silberſtreif. 
„Im Saargebiet iſt man ſehr zufrieden mit 
unserer freiheitlichen Regierungsweiſe.“ Briand. 
Ich mag auch nicht in trüben Bildern 
Den Schlußeffekt hier endlos ſchildern; 
Die Zeit iſt mies und ungemütlich 
Und nur die Galle tut ſich gütlich. 
Vor Zorn iſt mir die Seele klamm, 
Zum Tiger wird das frommſte Lamm. 
Da hilft auch nicht, wie ſonſt doch wohl 
Der vielbeliebte Alkohol. 
Man wird ſchon ohnehin verrückt, 
Von Steuerlaſten voll erdrückt. 
Sie ſpuken mir im Kopf herum, 
AIs hätt" ich das Delirium. 
Der Geiſt erſcheint total verwirrt, 
Und vor den off’'nen Augen ſchwirrt 
Ein großes Heer von braunen Wanzen, 
Schon ſeh" ich weiße Mäuſe tanzen. 
Bin mißvergnügt und nimmer froh 
Troß Grammophon und Kadio. 
Zerbrochen wäre längſt der Pott, 
Der fieße Sarre-Staat kapott, 
Wenn nicht das Land der Treue wär, 
Des Reiches Mitgefühl und Ehr”. 
Die Mutter iſt's, die mit uns fühlt, 
In Mitleid unſ’re Wunden kühlt. 
Sie ſieht ihr Kind in bangem Harm, 
Sie ſorgt und hilft und – iſt so arm. 
Du Deutſches Reich biſt Glück und Ruh, 
Dir fliegen unſ’re Herzen zu! 
Hab' Dank für deinen Sonnenſchein! 
„D Gott vom Himmel ſieh darein 
Und gib uns rechten deutſchen Mut, 
Daß wir es lieben treu und gut!“ A: S. 
  
  
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