Full text: 6.1928 (0006)

Saarkalender für das Jahr 1928 
Wir haben nichts erreicht, waren viel zu ſchwach. Kompagnie hat viel gelitten, Hunger 
und Durst, Verwundungen und Tod. Allerheiligen, das heißt für uns 800 Tote und 
Verwundete, das heißt für mich beten und Gott danken gelernt haben . . . . Euch das 
entsetzliche Donnern und Krachen, Schreien und Zischen zu ſchildern, das Blut, die Wut, 
iſt nicht möglich. Der Sturm ist viermal wiederholt worden. Morgens stürmten die 
Franzosen, abends wir, in der Nacht die Franzoſen wieder, morgens wir uſw. Das koſtet 
Tauſende Leben um 25 Meter Land. Aber diese 25 Meter bedeuten für uns wie für die 
Franzoſen ein wichtiger Stützpunkt. Unsere erſte Kompagnie iſt fast völlig aufgerieben. 
Auf dem Marſche aus dem Graben nach dem Lazarett begegnen uns die 174er, 16er und 
166er, die zur Verſtärkung heraneilen. Himmel und Hölle, alles brennt und blitzt. Leichen, 
von §rgygten zerfetzt, überſchreiten wir. Es ſchneit leicht und es wird dunkel. Gott schütze 
meine Brüder.“ 
Bei einigen Schülern iſt der Tod unter besonders tragiſchen Umständen eingetreten. 
Hilarius Fei en fiel im Jahre 1920 im Kampfe gegen kommuniſtiſche Banden an der 
. Müngstener Brücke bei Remſscheid. Karl Frank, der den ganzen Krieg vom erſten 
Mobilmachungstage an bis zuletzt unversſehrt mitgemacht hatte, wurde bei der Deckung 
des Rückzuges aus Polen durch eine Insurgentenkugel tödlich getroffen. Lothar v. Fri e s 
hatte das tragiſche Geschick, durch das Feuer der eigenen Landsleute zu fallen, da seine 
an der Oſtſee gegen Memel vorgehende Truppe von den deutſchen Schiffen für fliehende 
Russen gehalten und beſschoſſen wurde. In ähnlicher Weiſe kam Arnold Th o m as ums 
Leben, den eine deutsche Granate infolge zu kurzen Schießens der Artillerie im Rücken 
traf. Bei dem heldenmütigen Verſuch, durch Explosionsgefahr bedrohte Kameraden zu 
reiten, fiel Otto N e uber. 
Alljährlich am Gefallenentage versammeln sich vor den Marmortafeln und vor dem 
ausgestellten Heldenbuche die Lehrer und Schüler der Anstalt mit Angehörigen der Ge- 
fallenen, um in einer Feierſtunde der Helden zu gedenken, die gestorben sind, damit wir 
leben können. ; 
Unser Volk lebt weiter durch die Tapfern, 
Welche ſich als Opfer ganz 
Gaben ihrem Vaterlande; 
Drum krönt sie ein ewiger Siegerkrangz. 
Fritz Kloevekorn. 
- 
„Wer mutig für ſein Vaterland gefallen, 
Der Baut ſich lelkbſt ein ewig Monument 
Im treuen Herzen seiner JIandesbrüder, 
And dies Gebäude ſtürzt kein Sturmwind 
nieder.'’ Theod. Körner (Zrinh 5, 2). 
.at t © 
f S* iſt Gottes Wille, daß die dentſchen Männer ihre jenſeits des Rheins 
wohnenden Grüder befreien und die Menſchen deutſcher Art und 
? Gprache wieder zum Reiche fügen, welche Hinterliſt und Derräterei davon 
abgeriſſen haben. Ernſt Moritz Arndt f 
f (Katechismus für den deutſchen f 
î Kriegs- und Wehrmann S. 28). ] 
  
  
  
  
 
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.