Full text: 6.1928 (0006)

    
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Mai: Das neue Kreiskrankenhaus zu Ottweiler 
fertiggeſtellt. 
Mai: Ein neuer Schlag der R. K. gegen das 
Dölkerbundsgebiet. Man verlangt die behördliche 
Genehmigung zur Einreiſe ins Saargebiet von 
Perſonen, die dort an einer öffentlichen Der- 
anſtaltung teilzunehmen gedenken. Nichts als 
eine neue Schikane, die enge Derbindung zwiſchen 
Saargebiet und Deutſchland zu erſchweren. 
Iuni 1927. 
. Iuni: Presſſe meldet, daß Dienstag, 30. Mai, die 
in Homburg liegende, 130 Mann ſtarke Kom- 
pagnie Franzoſen nach Mörchingen abmarſchiert ſei. 
–~ Am 31. Mai und 1. Juni beſuchten Oſtdeutſche 
Saarbrücken. Herzlicher Empfang und dbrüder- 
liches Zusammensein. Ernſte Gemeinſchaft. 
Unter ,,.legaler Straßenraub“ bringt die Preſse 
Vorfälle von der Grenze, und zwar Ausſchrei- 
tungen franzöſiſcher Grenzer. Man beſchlagnahmt 
Fahrräder, obwohl der Beſitzer seine vollgültige 
Karte vorzeigen kann. Um 50,50 Fr. werden die 
Festgenommenen erleichtert, dann ſind ſie wieder 
frei. Auf dieſe öffentlich erhobene Anklage iſt 
keine Richtigſtelung erfolgt. Es lebt alſo immer 
noch :corriger la fortune. 
. Iuni: Lautkirchen zählt 1738 Perſonen. –~ Die 
Wohnungszwangswirtſchaft wird aufgehoben in 
Auersmacher, Göttelborn, Großrosseln, Differten, 
Friedrichsweiler und Hirzweiler. 
. Iuni: Die Presſſe meldet, als Nachfolger Stephens 
ſei zum Präſidenten der ſaarländiſchen Regie- 
rungskommiſſion der Engländer Sir Erneſt 
Wilton vorgeſchlagen worden. Seine Wahl sei als 
geſichert zu betrachten. –~ In der CLandesrats- 
ſizung wird der R. K. wieder ein ganzes Regiſter 
ihrer Sünden vorgehalten über mangelhafte Re- 
gelung des kleinen Grenzverkehrs, Zoll, Schikanie- 
rung ſaarländiſcher Geſchäftsreiſenden in Elſaß- 
Lothringen uſw. 
. JIuni: St. Ingbert zählt 21 101 Perſonen. – Der 
Gemeinderat behandelt die Angelegenheit der 
durch leichtfertizken Grubenbau erfolgten Sper- 
rung des Derbindungsweges Sulzbach-Quierſchied. 
Man verlangt von der R. K. energiſch, der hier 
eingeſchlagenen Verſchleppungstaktik der Fran- 
zoſen ein Ende zu machen. – Feierliche Grund- 
ſteinlezung zum Turnerheim in Dudweiler. Die 
erſten drei Hammerſchläge tat Profeſſor Dr. Bender 
aus Frankfurt: , Für Heimat, Einigkeit und 
Bruderſinn!“ 
. Iuni: Die Verunreinigung der Blies durch 
Grubenabwäſser iſt unheilvoll geworden, aber die 
>reyzous Bergverwaltung weigert ſich, Abhilfe 
. Iuni: Abzug des franzöſiſchen Militärs aus 
Saarbrücken. Eine Kompagnie vom 153. Inft.- 
Regiment vormittags Richtung Saargemünd ab- 
transportiert, ein ganzes Bataillon nach Forbach 
in Marſch geſezt. Am 9. Juni Abfahrt von drei 
weiteren Kompagnien nach Moörchingen. 
. Iuni: In der geſtrigen Stadtratsſitzung von Saar- 
louis wird die Errichtung eines Kriegerdenkmals 
auf dem Großen Markt beſchloſſen. – Die Bürger- 
meiſterei Mettlach zählt 7804 Seelen. – Die 
Bürgermeiſterei Sulzbach 24 255 Seelen. 
. Iuni: Die Presſe meldet über den kühlen Empfang 
der aus Saarbrücken in Forbach eingetroffenen 
Soldaten. Der dortige Bürgermeiſter Barth bittet 
den Oberſt um Verzeihung, daß die Forbacher ,,in- 
Saarkalender für das Jahr 1928 
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folge der Fremdherrſchaft“ deutſch und nicht fran- 
zöſiſch ſprechen. Unfreiwilliger Witz: „infolge der 
Fremdherrſchaft!“ Barth ſtammt aus Illingen, er 
iſt durch Diehhandel mit dem Saargebiet wohl- 
habend geworden. 
2. Juni: Dom heutigen Tage ab ſind die hier ver- 
bleibenden Truppen der Saarregierung unterſtellt. 
~ Neunkirchen zählt 41 060 Einwohner. ~ Die 
Buchbinderinnung des Saargebiets feiert ihr 
25jähriges Beſtehen. – Klarenthal weiht ſeine 
katholiſche Kirche ein. ~ Dillingen zählt 9972 und 
Pachten 3633 Personen. 
16. Iuni: In Sulzbach wird der Grundſtein zu einer . 
zweiten katholiſchen Kirche gelegt. 
. Iuni: Die Preſſe meldet, daß die Genfer Saar- 
delegation einen neuen Appell an den Dölkerbund 
richtete, das Saargebiet dem Reiche zurückzugeben. 
Hingewieſen wird auf die troſtloſe Lage der Be- 
völkerung. Man bittet um genaue Unterſuchung 
der verzweifelten Zuſtände. – Der Reichsverband 
deutſcher Schloſſerinnungen tagt vom 17. bis 
21. Iuni in Saarbrücken. 
. Iuni: Die Meldung, daß auch nach Abzug des 
franzöſiſchen Militärs welſche 
das Saargebiet überfliegen und auch unbekümmert 
dort landen, hat in Genf unangenehm überraſcht, 
um so mehr, als bisher dies Gebiet infolge 
widerſtrebender Haltung der KRegierung vom 
zivilen Flugverkehr ausgeſchloſſen ist. 
Militärflugzeuge 
. Iuni: Die Preſſe meldet über die Begünstigung 
kommuniſtiſcher Umtriebe im Saargebiet durch 
franzöſiſche Regierungskreiſe. – Forbacher Poli- 
zeibeamte nehmen den Besitzern ſaarländischer 
Autos unberechtigt je 30 Fr. ab unter der Be- 
hauptung, man ſei zu ſchnell gefahren. Bei dem 
großen Verkehr ein gutes Geschäft. – Der Kreis 
Merzig zählt 37 581 Seelen. – Euchariſtiſcher Kon- 
greß des Saarreviers in Dillingen. – Gemeinde- 
ratswahlen in Dudweiler: Kommuniſten 19 Sitze, , | 
Zentrum 9, Bürgervereinigung 6 und Sozialdemo- 
kraten 2 Sitze. 
Iuni: Der Nachfolger des Kanadiers Stephens, 
das britiſche Mitglied der Regierungskommiſſion 
Erneſt Wilton, hat heute ſein Amt als Präsident 
der Saarregierung angetreten. 
Juni: Die evangeliſche Gemeinde St. Iohann feiert 
das 200jährige Beſtehen der alten evangeliſchen 
„Kirche in St. Iohann. – Nach einer Veröffent- 
lichung der Bahnverwaltung werden in Saar- 
brücken täglich 10 000 Fahrkarten gelöſt. Im April 
wurden 124 403 Wagen geſtellt, täglich 5183. An 
Gütern wurden im April 1 655 252 Tonnen beför- 
dert. Ausgeführt 625 809 Tonnen, eingeführt 
436 896 Tonnen. Der Bewältigung des Personen- 
verkehrs dienten 368 6,44 Zugkilometer und 
10 038 332 Wagenachſenkilometer. Der Güterver- 
kehr erforderte 114 961 Zugkilometer und 9 245 627 
Wagenachſenkilometer. 
Juni: Präſident Stephens veröffentlicht bei seinem 
Abſchied eine Botſchaft an die Bevölkerung, die er 
als ehrlich und aufrecht bezeichnet. Er ſei, ſo heißt 
es am Schluſſe, von dem Wunſche beſeelt, daß die 
zahlreichen noch ſchwebenden Fragen eine günſtige 
Löſung finden mögen. 
Iuni: Die , Saarbrücker Zeitung“ veröffentlicht 
Einzelheiten über Frankreichs Kohlendiebſtahl im 
Warndt durch unterirdiſchen Einbruch ins Saar- 
gebiet. Die Gaunerei geht gegen Friedensvertrag 
und internationales Recht. 
1 RM. — 6,05 Franken. 
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