Full text: 6.1928 (0006)

Zwei Tafeln aus Deutſchböhmen“). 
Das höchſte Gut des Mannes iſt sſein Volk, 
Das höchſte Gut des Volkes iſt sein Recht. 
Des Volkes Seele lebt in seiner Sprache. 
Dem Volk, dem Recht und seiner Sprache 
Fand uns der Tag, wird jeder ra §ns 
2. Juli 1897. "rer 
Deutſch unsere Sprache, Sitte, Sinn und Art, 
So war es, und ſo sei es ſtets gewahrt. 
In Lieb’ und Treue unſerm Volk geweiht, 
So waren wir und bleiben wir allzeit. 
Zum ewigen deutſchen Geiſte voll Vertrau'n, 
So helfen wir Alldeutſchlands Zukunft , 
9. Juli 1922. haus! 
») Dieſe Inſchriften find am Rathaus der ſ<wer 
heimgeſuchten, treuen Stadt Eger in der T[Clſchecho- 
ſlowakei auf zwei großen Granittafeln eingemeißelt. 
Y- 
Wird einer jung vom Tod betroffen, 
Gleich heißt's, er hat sich tot gesoffen; 
Stirbt einer von den guten Alten, 
Dann heißt s, den hat der Wein erhallen. 
Saarpfälziſche Lebensweisheit. 
Saarkalender für das Jahr 1928 
  
„Beſeh'n Sie mir man, Herr Präſident!“ 
„Saarbrücker Zeitung“ Nr. 238 vom 
11. Oktober 1878. 
St. Johann, 10. Okt. 
Ein origineller Zwiſchenfall 
ereignete sich in gestriger Polizeigerichts- 
sitzung. Einer der, wie vorgestern berichtet, 
in Saarbrücken aufgegriffenen Vagabun- 
den, ein junger Berliner, war im Arreſt- 
haus, weil mit Ungeziefer behaftet und 
bis zum Erxzeß schmutzig, einer Procedur 
unterzogen und ihm auch ſeine ziemlich 
verwahrloſte Flachs-Perücke abgeſchoren 
wurde, um die Schmarozerthierchen gründ- 
lich zu vertreiben. Aufgerufen, sich wegen 
Landſtreicherei zu verantworten, apoſtro- 
phirte der Mann ſsofort den Friedensrich- 
ter: „Beseh'n Sie mir man, Herr Präſi- 
dent! Ist es nich Sünd und Schande, 'n 
richtiges Berliner Kind ſo zu ſchimpfiren ?“ 
Und nun beklagte ſich der Menſch bitter, 
daß man ihn gewaschen und von den vom 
Ungeziffer wimmelnden Haaren befreit 
habe. Natürlich konnte das Gericht der 
Gefängnisverwaltung nur Recht, der Poli- 
zeianwalt aber dem Strolche nur den Troſt 
geben, wenn er oder ein anderer Berliner 
Vagabund der Polizei wieder in die Hände 
fiele, wolle er sie mit Frack und weißer 
Weste bekleidet vorführen und auch einen 
Friseur bestellen lassen. 
  
  
 
	        

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