Full text: 5.1927 (0005)

Der Offiziersſäbel. In dem Schurr-Murr der Schichtmeiſterei H. wurde Ende der neunziger Jahre ein alter 
Offiziersſäbel gefunden. Der ſtets zu luſtigen Streichen aufgelegte Schichtmeiſter B. ſtellt ihn neben ſein Pult. 
Er wollle den ebenfalls aus dem Militär hervorgegangenen älteren Kollegen D. reizen, deſſen höchſter Wunſch 
troß ſeines Alters die Beförderung zum Ct. d. L. war. D., das Kriegsſchwert eines Leutnants ſehend: ,„Getört 
der Säbel Ihnen, H.?“ ,,„„JIa!““ ,,Was ſoll's damit?“. ,„„„„Wird gepußt!““ ,, Wozu?“ ,,,Leutnantsübung!““ 
D. begibi ſich, ſchwer gekränkt, umgehend nach St. Iohann zum Bezirkskommando, um dort wegen r“'einer 
Zurückſezung Beschwerde zu führen. Auf der Schichtmeiſterei gab es ein homeriſches Gelächter. Der Sefoppte 
konnte den Streich und die üble Laune gegen B. nie überwinden. Das Wort ,. Offiziersſäbel“ genügte, um Ge- 
witterſttimnmung im Büro zu erzeugen. 
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