Full text: 2.1924 (0002)

Saarkalender für das Jahr 1924. 
  
  
      
P)" es einem Volke recht gut geht, sind seine besten Ele- 
mente Kosmopoliten. Wenn es ihm recht schlecht geht ~ 
seine ſchlechtesten. 
[] 
Berlin. MM 
Moderne Saarrdgelein. 
Arm Saarvöglein. 
An der Brück an der Saar Das ſang so traurig gar. 
In Gedanken mein O armes Vöglein 
Stand i) uu. hört gllbar An der Brück n ter Sgar. 
Es ringt nach Däterart ums Recht Ich hör's and ſinne hin und her, 
Das Saartal feſt und wurzelecht. Tenn unſer Fink ein Hergmann wär,, 
Die Not, die dunkelnd uns beſchwert, Solch’ Sprachtalent im grünen Tann 
Sieht es in alter Treu bewährt, Käm' ſicher überall voran. 
Doch leiſe um ſie ſchleicht und geht Jedoch der Ammer Klagelied 
Die Spreu, die leicht der Mind verweht, Mie Schmerzensſchrei das Tal durchzieht: 
Dereinzelt klingt durch Wald und Haag „Du weißt, ich hab’ die liebe Not 
» Schon mancher fremde Finkenſchlag: Um Weib und Kind, ums karge Hrot, 
Mein Doeutſchtum steht in guter Hut, 
x Oui, ouh, sui, Ls iſt Uab bleibt mein Edelgut; 
je Fus, E Und leid’ ich viel zu dieser Stund’, 
Peng! PenglII<*) Das Herz, das Herz iſt kerngesund!“ 
Jedoch der Ammer fällt es ſchwer, Da plötzlich tönet Sang und Schall 
Sie feufzet nur: „Malheur! malheur !!“ Don Dorn und Strauch allüberall: 
Der Fink darauf: „Macame, marchez! „Hie guet deutſch auf immerdar 
Est ce que vous avez Weh, Weh ? “**) Wohl einmal noch an tauſend Jahr! 
' Und aus der Fern tönt's wehmutſchwer: Der Hahn, und mag er noch so ſchrei'n, 
„A toute heure, toute heurel“ ***) DVMird niemals unser König sein; 
  
.: Ja, ja, ja, ich bin ein guter Bürger. f; !lzet rss Hon sr br Hröc auher S9er 
s;. Gehen Sie doch, ygten Sie Weh ? A. Z 
Zu jeder Stunde, jeder Stunde. 
Politische Gesuncdheitsregeln. 
Gleichheit iſt das heiligſte Gesetz der Menſchheit! 
; Schiller (Phönizierinnen des Euripides). 
Soviel ich habe bemerkem können, weiß man nur zu verbieten, zu hindern und abzulehnen, ſelten aber zu gebieten, 
zu befördern und zu belohnen. Goethe („Wilhelm Meiſters Lehrjahre“). 
Ich brauche keine Gnade, ich will Gerechtigkeit. 
Leſſing (Minna v. Barnhelm). 
Leben. 
Fürchte dich nie vor Menſchen, ſtets aber vor der Stimme, die in deinem Innern ſpricht. 
Franz Carl Endres. 
§ Geſelle dich nicht zu den Gewaltigen und Reichen, du ladeſt iet! eine ſchwere Laſt auf dich. Was soll der irdene 
opf bei dem ehernen. Wo sie aneinander ſtoßen, zerbricht der irdene. Der Reiche tut unrecht und trotzt dazu, aber 
. der Arme muß leiden und noch dazu danken. Bibel (Jeſus Sirach, Kap. 13). 
  
  
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