Full text: 2.1924 (0002)

Saarkalender für das Jahr 1924. 
damaligen Zeit, die mit den Ueberſchüſſen aus 
der Zunftlade ſtark aufräumten. Wir finden im 
Mrotokollbuch sſe'genden 
„Actum den 12ten April 1779. 
Wurde am Jar Tag der ſämtlichen Zunft 
resolviret daß ins Künftige bei reception der 
Jungmeiſter und Lehrjungen nichts verzehret 
werden ſolle und zwar solange bis die Zunft 
ihre Schulden getilget haben wird. 
In fidem ' 
Benz. K. Nottnagel. 
Fürſt Wilhelm Heinrich fand ſchon 1744 in dem 
37. Artikel seiner Zunftordnung nötig, darauf 
hinzuweisen: 
„Beym Jahrgebott soll nach abgehörter Rech- 
nung das vorräthige Zunftgeld nicht mehr wie 
bißher geſchehen, verzehrt, sondern nach Abzug 
Eines Gulden so dem Rathwirth vor die Zunfft 
Stube abzugeben, unter die Zunftsgenossen in 
kleine Theile, inclusive des Ober-ZunfftMeisters 
und des Zunfft-Schreibers, welche Beyden eben- 
falls ihre portionen daran, statt der vorhin mit- 
genoſſenen Mahlzeit gebühren, vertheilt werden, 
welches Geld ein jeder nach seinem Willkühr 
ohne ſchuldig zu seyn, solches auf dem Rathaus 
zu verzehren, anwenden kann, bey vorgehender 
Zehrung aber ein jeder das ſseinige selbſt be- 
MAeimat, dick will ich lieben! 
RKeimat, dick will ich ſchirmen! 
In allen Nöten, 
In allen Stürmen + 
So lang noch ſchaffen kann die Hand, 
Schütz’ ich mein ſchönes HKeimatland! 
UDT AOUD U U U UD 
gv... 
DUO DO O DD D D D DO D D D D D D D D DD D DD D DD 
Meiner Reimat! 
MHeimat, nur nickt verzweifeln ! 
Meimat, nur nickt verzagen ! 
Einſt kommt das Ilück 
In ſchönen Jagen, - 
Dann ſchlingt ein neues feſtes Band 
Das alte Reich ums Reimatland! 
zahlen, auch der Wirth sich nicht an der Zunfft, 
sondern an den oder diejenige, ſo ſolche gethan, 
ſelbſt halten solle.“ 
Wir erfahren daraus, daß die Zunftſtube auf 
dem Rathaus war. Kein Krieg konnte einen 
merklichen Einfluß auf das Blühen der Zunft 
ausüben, so sſehen wir in bunter Reihenfolge 
alle die Mettel, Bechtold, Karcher, Boreſi, Meſ- 
singer, Güth, Deesz, Pitz, Korn, Reppert, Braun, 
Reiß und Reuß, deren Familiennamen zum 
großen Teil heute noch leben, an uns vorüber- 
ziehen. Gegen Beginn des 19. Jahrhunderts er- 
liſcht die Zunft. Die meiſten Meiſter müſſen 
Heeresfolge leiſten, nur die Alten bleiben zu- 
rück. Im Jahre 1802 nimmt ſich ein Meiſter die 
Mühe, die noch lebenden Meister in Stadt und 
Land namentlich aufzuführen. Er ſchreibt: 
„Noch lebende Meister im Jahre 1802, 13 an 
der Zahl“. Die Namen dieser aufgezählten ſind: 
„Johannes Funk von Wittlich, Jakob Wilhelm 
Repper, Johann Kriſtian Kahm, Georg Valtin 
Strunk, Georg Leßur (Le Seur), Georg Wag- 
ner, Johann Georg Güth, Georg Heinrich Korn, 
Ludwig Weber, Georg Boreßy, Georg Ludwig | 
Reit. Georg Bron Y race Johann Heinrich 
eesz.“ ! 
Das ist die letzte Nachricht, die uns von der 
einst blühenden Zunft wird. K 
Heimat, dir will ich helfen! 
Reimat, mit Jat und Worten! 
Wo ick auch weile 
An allen Orten! 
Weil hier das Ilück ich einſtens fand, 
Lieb’ ich mein ſchönes Heimatland ! 
Dr. F. AKilgers, Saarbrücken. 
  
  
 
	        
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