Full text: 1.1923 (0001)

frübt und verengt, erſt die Betrachtung der Vergangenhfieit erweitert das Seſichtsfeld und 
ſehrt uns, zur Segenwarf als einer Cpiſode die richtige Stellung zu finden. Der nof- 
wendige Weitblick, den uns die Seſchickte gibt, ſchafft aber keine unrufiigen Semüter, 
im Segenteil, ſie wird jeden zu einem würdigen Stolz erheben, zu tragen und zu 
dulden in der Koffnung auf ein Cnde der Wirren, zugleich aber auch in der not- 
wendigen Nbwefir jeder Schmälſerung der Menſchenrechte in einem von der Bölker- 
bundsidee getragenen Staatsweſen. 
Perſönlicher Kampf wäre Jorheit und würde den erſtrebten Weg der Verſtändigung 
und der erwünſchten Rußfie verſperren. Das endgültige und gerechte Urteil wird einſt 
die Seſchichte fäſſen. Ich Kann ein Syſtem beklagen und doch die Perſonen, die zu 
ſeiner Ausführung verpflichtet ſind, achten. Und ſollte troß dieſem ehrlichen Worte 
doch die Zweifelſucht erwachen, ſo rufe ich ihr mit meinem Landsmann, Fritz Reuter, zu: 
„ITenn ener meint, ick hadd' em meint, ſo mein" ick, 
meint hiei falſch, un ſine. Meinung is en Unverſtand ! 
Ich mußte [eider in einem engen Rahmen, den das Harte Sebot der Jeuerung 
einem Voſksbuch zieht, eine ſchwierige, aber auch dankbare Nufgabe löſen. Wie 
weit mir -dies unter den gegebenen Berflältniſſen gelungen iſt, vermag ich nicht zu 
entſcheiden. An gutem Wilſen und beſter Nbſicht kat es mir nicht gefeſiſt. Die 
mir überſandten Arbeiten füllen jedoch noch Kiſten und Kaſten, und „manche ſchöne 
Perle in ihrer Jiefe rufit!“ Ich mußte mich aber, um die Verwirklichung des ſchönen 
Gedankens auch yein äußerlich lebensfähig zu geſtalten, (eider nur zu ſefir einſchränken. 
€s wird ſich jedoch, wie ich hoffe, Zeit und Selegenheit finden, aus der Fülle des 
Ilaterials noch vieles zu verwerten. 
Nen Mitarbeitern und Freunden am Werk auchi an dieſer Stelle fierzlichen 
Dank. Und ſo wandere fiinaus, Saarkalender, in alle Welt und bringe allen ſaay- 
ſändiſchen VolKsgenoſſen der trauten Heimat treuen Sruß ! AZ. 
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