Full text: Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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sanction administrative plus severe ne pourrait etre prise, mais dont le maintien sur 
place serait susceptible de nuire ä l'action qu'il nous faut entreprendre 14 
Für das linksrheinische Gebiet der französischen Besatzungszone hatte Laffon an 
fangs ähnliche Pläne gehabt. Anläßlich seiner Reise durch Rheinland-Hessen-Nassau 
hatte er im September 1945 die dortige Militärregierung darauf hingewiesen, daß bei 
der Entnazifizierung auch auf die Herkunft der betroffenen Nationalsozialisten zu 
achten sei: Beamte preußischer Herkunft sollten nach erfolgter Entnazifizierung aus 
der französischen Zone ausgewiesen werden. Noch Ende März 1946 wurden diese 
Pläne mit der Delegation Superieure in Bad Ems diskutiert 15 16 . Sie wurden aber nie in 
die Wirklichkeit umgesetzt - die Ausweisungen blieben ein Sonderfall des Saarlan 
des. 
Auch beim Besuch General de Gaulles am 5. Oktober 1945 in Saarbrücken wurde 
über die Frage der Ausweisungen gesprochen. Rückblickend erinnerte sich Grandval 
an ein Gespräch zwischen de Gaulle, Koenig und ihm. Koenig habe auf der Weiter 
fahrt nach Trier von dem früheren Erfolg der prussianisation an der Saar gesprochen 
und die Ausweisung einer großen Anzahl von Einwohnern nicht-saarländischer Her 
kunft gefordert. De Gaulle habe dazu nichts gesagt, während er, Grandval, auf die 
ohnehin schon angespannte Personallage der Saarwirtschaft hingewiesen habe. 
Grandval schreibt weiter: Certes il y a un probleme de denazification, sans doute de 
deprussianisation, mais dans l'immediat mes soucis sont essentiellement d'ordre eco- 
nomique, alimentaire et social ,6 . 
3.2. Der Baden-Badener Entwurf zu einem Saarstatut vom 16. Januar 1946 
Das Koordinierungsgremium für Saarfragen sah sich außerstande, Kriterien für die 
Definition des "Saarländers" festzulegen. Für die Frage, ob Entlassungen in der Ver 
waltung allein aufgrund der politischen Vergangenheit oder auch wegen der nicht 
saarländischen Herkunft der Betreffenden vorgenommen werden könnten, wurde 
eine einfache Antwort gefunden: Man betrachtete alle bayrischen und preußischen 
Beamten im Saarland als Nationalsozialisten: On pourrait admettre que tous les 
Fonctionnaires Prussiens ou Bavarois en Sarre sont des nazis, et qu'en fonction de 
ce principe ils seraient expulses l7 . 
Als Ergebnis der Beratungen wurde am 16. Januar 1946 von Koenig der Entwurf ei 
nes Statut de la Sarre an den Commissaire General, Rene Mayer, in Paris ge 
14 Ebd. 
15 AOFAA DGAP c.233 p.56, RP c.90l p.4, c.1072 p.43 u. RPP 2318 p.6. 
16 Manuskript der Memoiren Grandvals: Chapitre I, S. 34ff., u. "Textes tapes"; AP GG d.4-0. 
17 Bei der Frage der Staatsbürgerschaft empfahl die Kommission (siehe Anm. 12), auf die Verordnung 
von 1921, die erstmals die Saareinwohnerschaft definiert hatte, oder auf die Definition der Abstim 
mungsberechtigten von 1935 zurückzugreifen; "Reunion de la Commission de coordination des questi- 
ons concemant la Sarre: Seance du 29.11.1945"; AOFAA DGAP c.232 p.48. Regierungskommission 
des Saargebietes: "Verordnung betr. die Eigenschaft als Saareinwohner", 15.6.1921, u. "Wahlordnung 
für die Volksabstimmung im Saarbeckengebiet", 7.7.1934; ABl-Reg.Komm. Nr. 9/21 (25.6.1921), 
S. 92f., u. Nr. 28/34 (8.7.1934), S. 272ff.
	        

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