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que Province un Gouvernement de Vichy 40 . Die französischen Politiker, die von der
Existenz eines "anderen Deutschlands" ausgingen, stellten dagegen die Umerziehungs-
und Demokratisierungspolitik in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen um die
zukünftige Sicherheit Frankreichs. Der Quai d'Orsay kam in einem Memorandum
vom September 1944 zu der Auffassung, daß ein langfristiger Erfolg der Besatzungspolitik
davon abhinge, ob die deutsche Öffentlichkeit und insbesondere die
deutsche Jugend von den Vorteilen eines demokratischen Staatssystems überzeugt
werden könne: La partie sera bien pres d'etre gagnee s'il est prouve ä l'opinion allemande
qu'un peuple libre peut etre en meme temps digne et fort 41 .
Aufgabe sei es, die in Deutschland vorhandenen demokratischen Traditionen zu stärken,
um die spätere Rückkehr der Deutschen in den Kreis der zivilisierten Nationen
zu ermöglichen. Der Nationalsozialismus und jede andere nationalistische Ideologie
müßten aus den deutschen Köpfen vertrieben werden. An ihre Stelle seien demokratische
Ideen zu verankern. Die alliierte Besatzung brauche eine in die Zukunft weisende
Bestimmung (la täche des Gouvernements allies ne devra pas se limiter ä un
röle negatif) 42 . Auch Laffon war von der besonderen Mission, die Frankreich in seiner
Besatzungszone zu erfüllen habe, überzeugt: La France doit, aujourd'hui comme
autrefois, etre ä l'avant garde du renouveau philosophique, politique et social, puisque
c'est de cette position avancee qu'elle a jusqu'alors tire aux yeux du monde son
Principal avantage 43 . Zu dieser Mission gehörte für ihn an erster Stelle der Versuch
einer Demokratisierung des deutschen Volkes; dies wurde von ihm, neben militärischen,
politischen und ökonomischen Maßnahmen, als eine weitere Komponente der
französischen Sicherheitspolitik angesehen. Die Entnazifizierung war dabei sowohl
Voraussetzung als auch Bestandteil des Demokratisierungsprozesses. Der Aufbau einer
demokratischen Verwaltung und die Bildung demokratischer Parteien waren
weitere Elemente, zu denen noch der große Komplex der Kulturpolitik und Umerziehung
hinzukam.
Nach Laffons Auffassung konnte diese Politik über längere Zeit nicht ohne die Mitarbeit
deutscher Kräfte durchgeführt werden. Das "andere Deutschland" sollte daher
für die Schaffung der neuen deutschen Gesellschaft gewonnen und ihr dadurch ein
Fortdauern über die Besatzungszeit hinweg gesichert werden 44 . Diesem Ziel entsprach
auch die Weisung an die französische Besatzungspolitik, sich allmählich auf
eine indirekte Verwaltung der Zone zurückzuziehen. Parallel dazu erfolgte eine
schrittweise Übergabe von Kompetenzen und Verantwortung an deutsche Verwaltungen.
Diese von der Orts- über die Kreis- bis hin zur Länderebene neu aufgebaute
deutsche Verwaltung sollte mit antifaschistischen, demokratischen und - wenn möglich
- frankreichfreundlichen Personen besetzt werden. Stück für Stück sollten die
neuen deutschen Kräfte demokratisches Verhalten erlernen und erfolgreich praktizieren:
40 CCFA, 10.9.1945 (Anm. 34).
41 Bidault, 28.11.1944 (Anm. 6).
42 Ebd.
43 Laffon, 25.10.1945 (Anm. 5).
44 Laffon, 20.8.1945 (Anm. 4).