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Die Arbeit der Lagerspruchkammer Landau kam Ende 1948 ins Stocken, als der
Vorsitzende, Landgerichtspräsident Theo Höffner, aus Gesundheitsgründen von seinem
Posten zurücktrat und kein Ersatz gefunden werden konnte 40 . Auch die Arbeit
der neuen Lagerspruchkammer in Trier verzögerte sich, da die Untersuchungsausschüsse
ihre Ermittlungsakten nur sehr schleppend abgaben; Anfang Februar 1949
wartete der Öffentliche Kläger noch auf 90 Akten 41 . Roy nette ermahnte im März
1949 den Landeskommissar, die Spruchkammerverhandlungen gegen 75 namentlich
genannte Personen zu eröffnen, deren Unterlagen zum Teil bereits im April 1948 den
deutschen Behörden übergeben worden waren. Es handelte sich dabei unter anderem
um 13 Kreis- und 20 Ortsgruppenleiter, fünf SA- und sieben SS-Mitglieder, sechs
SD-Mitarbeiter und vier Gestapobeamte sowie acht Personen, denen eine Teilnahme
am Judenpogrom 1938 vorgeworfen wurde 42 . Junglas räumte daraufhin den Interniertenverfahren
Vorrang vor anderen Spruchkammerverfahren ein und bildete eine
zweite Abteilung der Lagerspruchkammer 43 . Ende Mai 1949 übergab ihm Roynette
eine weitere Liste der Internierten, deren Fälle vordringlich verhandelt werden sollten:
II s'agit de personnes dont le cas semble moins grave que celui des ex-Kreisleiter
et dont l'instruction doit se trouver, selon toute attente, terminee ä l'heure actuelle
44 .
Anfang April 1949 befanden sich in Rheinland-Pfalz noch 164 Personen in Intemierungshaft,
davon 89 in Trier und 75 in Landau. General Koenig akzeptierte den Vorschlag
der Militärregierung in Koblenz, anläßlich des Osterfestes 1949 über die
Hälfte der Internierten freizulassen, pour des raisons d'opportunite politique. Diese
Freilassungen (37 in Trier und 66 in Landau) betrafen Personen, deren zu erwartendes
Spruchkammerurteil im Strafmaß voraussichtlich niedriger als die bisherige
Haftzeit lag 45 .
40 Ebd.
41 Lager-SprK Trier: Der Vorsitzende an Junglas, 9.12.1948; LK: Bericht Lichters, 3.2.1949, u. Aktennotiz,
5.2.1949; LHA KO 856 A/51 u. 138.
42 GMRP/EPU 591: Roynette an Junglas, 15.3.1949; LHA KO 856 A/139.
43 Junglas: VA Nr. 24, 11.4.1949, u. Junglas an Roynette, 27.5.1949; LHA KO 469/207 u. AOFAA RP
c.901 p.7.
44 Dabei handelte es sich um ehemalige Ortsgruppenleiter und Kreisbauemführer, einen Obersturmführer
der Allgemeinen SS und einen SD-Sturmbannführer; GMRP/EPU 1161: Roynette, 25.5.1949; LHA
KO 856 PJ139.
45 GMRP/EPU 818: Hettier de Boislambert an Koenig, 12.4.1949; CCFA/CCSG/AACS/INT/DENAZ
1431: Coulon an Gromand, 15.4.1949; AOFAA DGAPc.3302 p.91 d.2 u. 3306 p.l 15.